Unternehmertum

Geld ist nicht alle(s)

Wenn Freunde in der Klemme stecken, dann hilft man. Und wenn das bedeutet, dass man eine Zeitlang mit weniger Geld auskommen muss, dann tut man auch das. So einfach ist es auf dieser Welt.

Wisst ihr, Leute, Geld ist wichtig und macht Spaß. Geld schenkt uns Freiheit und einen Haufen Zeug, das wir vielleicht brauchen oder auch nicht. Aber es gibt Dinge, die stehen über dem Geld. Freundschaft zum Beispiel. Die ist wichtiger als Geld.

Es geht nicht jedem gut

Vielleicht ist es gar nicht notwendig, das zu erwähnen, aber in der derzeitigen Situation geht es nicht jedem gleich gut. Es gibt Menschen, die gerade massive Probleme haben. Ganze Branchen sind gefährdet. Die Veranstaltungsbranche, die Hotellerie und die Gastro zum Beispiel. Kunstschaffende und Personalvermittler. Das Geschäft liegt brach oder ist auf ein Minimum reduziert. Und ich kenne ein paar Leute, die wirklich direkt betroffen sind.

Jeder Mensch braucht mal Hilfe. Und wenn das meine Freunde sind, dann bin ich da. Auch, wenn es ums Geld geht.
Meine Freunde müssen nicht erst „Hilfe“ schreien. In einer Situation wie der aktuellen ist klar, dass sie Unterstützung brauchen.

Freundschaft über Bezahlung

Ich habe Freunde, die strampeln sich Tag für Tag ab, um das Überleben ihres Unternehmens zu sichern. Die sind in den besagten Branchen beschäftigt und haben bis jetzt noch nicht mal die Aussicht darauf, den Normalbetrieb wieder aufnehmen zu können. Und wisst ihr was, die können oder wollen mich im Moment nicht für meine Arbeit bezahlen. Wie findet ihr das? Also, ich finde das nur logisch. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Ich habe ihnen sogar angeboten, die Leistungen erst in Rechnung zu stellen, wenn das Geschäft wieder läuft.

Lieber einen Kunden retten als die schnelle Mark zu machen

Natürlich mache ich das nicht bei jedem. Sonst wäre ich selbst auch schnell in Bedrängnis. Aber wie gesagt geht es hier um Freundschaften und langjährige Partnerschaften. Um gute Kunden, die – wenn nicht gerade eine pandemiebedingte Ausnahmesituation herrscht – mehrere hundert bis tausend Euro monatlich für meine Dienste zahlen. Und Kunden aus anderen Branchen wie Kreditvermittler oder online Stores sind ja auch gar nicht von der Krise betroffen. Logisch zahlen die ganz normal. Aber bei Freunden, die meine Hilfe brauchen – nö. Ich erledige ihre Aufgaben auch weiterhin mit größter Hingabe. Denn wisst ihr was: Jetzt ist der Moment, in dem sie mich und meine Texte brauchen – nicht wenn der Rubel bei ihnen eh rollt. Jetzt ist der Zeitpunkt fürs Marketing, um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben und das bisschen, das man umsetzen kann, auch umzusetzen. Und was würde es mir bringen, auf Biegen und Brechen auf jeden Cent zu bestehen, ihnen das (Über-)Leben noch schwerer zu machen und das bisschen Umsatz, das sie aktuell generieren können, zu nehmen? Sie sollen lieber die Löhne und Gehälter für ihre Fixangestellten zahlen. Ich kann auf mein Geld warten.

Eine Luxusentscheidung

Bitte versteht mich nicht falsch, ich weiß, dass nicht jeder da draußen – ob Freelancer oder nicht – einfach so seinen Auftraggebern einen Zahlungsaufschub bis nach der Pandemie geben kann. Ich bin mehr als glücklich, in dieser Lage zu sein. Einen Vorteil aber habe ich als Selbstständige im Copywriting: Ich kann mir jederzeit neue Auftraggeber suchen. Und das habe ich getan. Natürlich können meine Neukunden nicht alles wett machen, da ja auch meine mögliche Arbeitszeit limitiert ist. Aber ich verdiene auch jetzt genug, um meinen Anteil am Lebensunterhalt zu leisten und meine finanziellen Ziele weiterzuverfolgen. Welchen Grund hätte ich also, lieben Freunden das Leben schwer zu machen?

Man darf ruhig nachsichtig sein, wenn Freunde mal ihre Rechnung nicht zahlen können.
Freunde lässt man nicht im Regen stehen.

Vertrauen ist die Basis

Ob ich Angst habe, dass ich mein Geld nie bekommen werde? Nein, nicht im Geringsten. Ich vertraue diesen Menschen total. Und welchen Grund hätten sie denn, mich nicht zu bezahlen? Es wird wahrscheinlich noch eine Zeitlang dauern, aber das ist schon ok. Und ich brauche auch nicht die erste Person sein, bei der sie ihre Schulden tilgen, wenn das Geschäft wieder läuft. Jetzt könnte man auch noch hysterisch argumentieren, dass die ja in der Zwischenzeit pleite gehen könnten und ich dann erst auf meinen Rechnungen sitzen bleibe. Ich bin da aber ganz entspannt. Denn so weiß ich zumindest, dass ich meinen Anteil zu ihrem Überleben beitrage. Vielleicht ist es ein kleiner, aber immerhin. Und ihr wisst ja, wie das ist mit dem Karma.

2 Kommentare

  1. Hallo! Erst einmal vielen Dank für den interessanten Blog, den ich sehr gerne mitverfolge! Ich hätte eine Frage, weil der Begriff immer wieder auftaucht: Was genau ist denn Ghostwriting und wie kommst du denn an Aufträge?

    1. Hallo Barbara!
      Danke, das freut mich.
      Ghostwriter schreiben im Namen von anderen. Das sind also AutorInnen, deren Namen nicht auf dem Werk stehen. Als Autor scheint der Auftraggeber auf. Aufträge bekommt man wie überall durch aktive Akquise und Bewerbung auf Ausschreibungen, Empfehlungen oder man wird im Netz gefunden. LG Claudia

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