finanzielle Bildung Mindset

Kann man Glück doch kaufen?

Ich gebe es zu, es wird gerade etwas langatmig. Ich vermisse das Geldausgeben. Ich vermisse es, Kohle einfach auf den Putz zu hauen - für mich.

Hin und wieder frage ich mich doch ernsthaft, wofür ich das Ganze mache. Sparen und Verzichten, wozu eigentlich? Da gehen mir dann Dinge durch den Kopf wie: Es dauert doch noch ewig, bis das passive Einkommen da ist, wo ich es brauche. Oder: Ich hätte echt mal Bock, die Kohle für sinnlosen Konsum rauszuwerfen.

Der Marathon

Ich habe in einem meiner letzten Beiträge darüber geschrieben, dass der Markenaufbau ein Marathon, kein Sprint ist. Ich brauche oft ein bisschen, bis ich solche Dinge begreife. Dass Strategien selten binnen zwei Wochen aufgehen und man dauerhaft dranbleiben muss, sagt sich am Anfang immer leicht. Es dann auch so umzusetzen, ist eine ganz andere Geschichte. Und so verhält es sich eben auch beim Thema finanzielle Freiheit. Und erst jetzt kapiere ich, wie lange ein Zeithorizont von – sagen wir mal – 10 Jahren ist. Verdammt lang nämlich. Und auch in 10 Jahren werde ich noch nicht fertig sein, weil es ja nach oben hin keinen Deckel gibt. Eine Entwicklung ist ja nicht irgendwann zu Ende. Wenn ich jetzt nach den zwei Jahren da bin, wo ich mit 2-years.com hinwollte, meint ihr, dann ist es vorbei? Und wenn ja, was heißt denn „vorbei“ überhaupt?

Sparen macht keinen Spaß

Ja, ich gebe es ehrlich zu: Sparen macht gerade keinen Spaß. Es ist anstrengend und zermürbend. Denn gefühlt gibt es momentan ohnehin sehr wenig, was wirklich Spaß macht. Die eine oder andere Schneeballschlacht, ein gutes Buch, das Schreiben… Die Dinge, die ich gerade zur Verfügung habe, um ein wenig Selbstliebe zu pflegen, kann man an einer Hand abzählen. Und von Instant-Genuss kann gar keine Rede sein. Kein Essengehen, keine Ausflüge, keine Unternehmungen. Das ist die dunkle Seite von Corona und Lockdown. Die helle Seite: In meiner momentanen Stimmungslage würde ich wahrscheinlich viel zu viel Geld für solche Aktivitäten und Konsumartikel ausgeben. Somit läuft das Sparprogramm auf Hochtouren, obwohl ich eigentlich gar nicht will.

Konsum macht nicht glücklich? Sparen aber manchmal auch nicht.
Die Zeit ist durchaus reif für einen ordentlichen Shoppingtrip. Aber geht eh nicht. Ihr wisst schon, Lockdown und so.

Durchhaltevermögen beim Sparen

Aber jetzt bringen wir mal auf den Punkt, was mich gerade so super nervt am Vermögensaufbau. Dass ich gefühlt nicht vom Fleck komme. Es scheint, als würden momentan alle Aktivitäten im Sand verlaufen. An keiner Front geht was weiter. Nirgendwo bin ich da, wo ich gern wäre. Nicht mit der Immobilien GmbH, nicht beim Buchverkauf, nicht beim neuesten Schreibprojekt, nicht beim Fix & Flip. Alles kriecht irgendwie so lahmarschig dahin, dass meine Geduld bereits überstrapaziert wird.

Warum nicht einfach aufs Sparen scheißen?

Mein Problem ist Folgendes: Ihr wisst ja noch aus dem Beitrag: 3-2-1 verkauft, dass wir unsere Eigentumswohnung sehr gewinnbringend verkauft haben. Der Erlös soll zur Gänze in die GmbH fließen und als Eigenmittelanteil für Anlegerwohnungen herangezogen werden. Nicht, dass wir dieses Geld in irgendeiner Form zum Überleben brauchen würden. Aber was könnte man nicht alles Schönes mit 100.000 Euro machen? Das wären doch ein paar schöne Urlaube und der eine oder andere Shoppingtrip und noch ein paar Möbel für die Wohnung. Doch stopp, geht ja alles eh nicht… Corona eben.

Sparen war nicht immer doof

Das Problem ist, dass mir der Atem ausgeht. Ich habe erst gestern mit meinem Mann darüber gesprochen und versucht, es so zu erklären: Wir kommen beim Thema investieren & veranlagen gefühlt nicht vom Fleck. Das Geld arbeitet nicht in dem Ausmaß, wie wir es uns wünschen würden. Wir buckeln wie blöd, aber es will irgendwie nicht so richtig klappen. Im Konkreten: Wir haben immer noch keine weiteren Wohnungen gekauft. Und gleichzeitig ist aber viel von dem Spaß, den wir früher mit Geld hatten, einfach verloren gegangen. Das heißt, wir zwei gönnen uns so gut wie gar nichts mehr. Und das nervt. Es nervt, dass das Geld nun irgendwie gar nichts kann. Weder arbeiten, noch uns glücklich machen.

Wir sparen nur an uns

Und dann sind mein Mann und ich auf etwas Anderes draufgekommen: Eigentlich sparen wir nun an uns beiden. Die Kinder, die leben nämlich wie Gott in Frankreich. Und das ist keine maßlose Übertreibung. Ihr wisst ja schon, dass wir den Kindern gegenüber sehr großzügig sind. Ihnen steht ein Teil des Haushaltseinkommens zu. Wie wir dazu stehen, könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen. Aber nur so überschlagsmäßig gerechnet, steht es mittlerweile in keinem Verhältnis mehr zum Haushaltseinkommen, was wir für die Kinder ausgeben. Vom Großen kann ich es nicht sagen, aber zumindest der Kleine glaubt, dass wir stinkreich sind, die reichste Familie überhaupt. Und was denkt ihr, woher dieser Gedanke wohl kommt?

Wer sich zu sehr einschränkt, nur um zu sparen, ist oft in anderen Bereichen auch limitiert.
Ich könnte echt ein bisschen Abwechslung gebrauchen! Inspiration von außen, ein anderes Umfeld, fremde Menschen, Sonne, vielleicht sogar Meer. Dann würde vielleicht auch alles Andere wieder leichter sprießen.

Alles sparen, was wir nicht brauchen

Das ist unsere Devise gewesen im letzten Jahr, meine sogar schon noch länger: Alles sparen UND veranlagen, was wir aktuell nicht zum Leben brauchen. Und gefühlt ist das einiges. Wenn ich mir jetzt aber durchrechne, wohin es mich geführt hat und wie weit der Weg nach wie vor ist, hänge ich ehrlichgesagt so richtig durch. Vor allem, wenn ich dem gegenüberstelle, worauf wir dafür verzichtet haben.

Rechtzeitig beginnen

Und wisst ihr, was mich dann am meisten ärgert? Das Bewusstsein, dass ich schon längst da wäre, wo ich hinmöchte, wenn ich einfach früher begonnen hätte, mich mit meinen Finanzen zu beschäftigen. Ihr wisst, ich gebe nie irgendwelche Finanztipps und plädiere dafür, dass jeder seinen Weg selbst findet. Aber diese eine Botschaft möchte ich euch dennoch geben: Spart von Anfang an 10% eures Einkommens und investiert es! Legt es an in Aktien, kauft euch Anlegerimmobilien, gründet ein Unternehmern oder weiß der Geier, aber startet rechtzeitig. Denn es wird euch dazwischen echt ewig vorkommen und ewig beginnt man am besten so früh wie möglich!

Sparen, um zu investieren ist eine Marathondisziplin, kein Sprint.
In einer Sache unterscheidet sich der Vermögensaufbau von einem Marathon: Es gibt keinen Frühstart. Je früher man losläuft, desto besser.

Durchhänger auf Zeit

Ob ich jetzt nur wegen Corona durchhänge oder ob es sich wieder gibt, wenn endlich mehr Bewegung in unsere Projekte kommt, weiß ich nicht. Auch bei unserem gestrigen Gespräch sind mein Mann und ich nicht auf die Lösung gekommen. Nur eines steht fest: Aufgeben geht nicht. Denn dann komme ich ja in zehn Jahren erst wieder drauf, dass ich noch einmal zehn Jahre verloren hab. Und ich weiß ja jetzt schon, wie frustrierend dieses Gefühl sein kann.

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