finanzielle Bildung Mindset Unternehmertum

Raus aus dem Spießbürgertum

Wieviel ist euch eure Sicherheit wert? Was gebt ihr dafür auf? Was würdet ihr gerne probieren, das ihr euch nicht traut. Bei mir ist es (immer noch) so einiges.

Es gibt doch bei all den definierten Zielen und festgesetzten Maßnahmen immer auch noch das große Warum. Der tief verwurzelte Antrieb, wieso man überhaupt in Zielen und Plänen (der verlinkte Beitrag führt euch zu meinen 2020-er Zielen) denkt. Und über mein eigentliches Warum, meinen Hauptbeweggrund, habe ich hier noch gar nie geschrieben. Ihr wisst, ich will finanziell frei sein. Aber weshalb ich das will, wisst ihr eigentlich nicht.

Das Leben ist zu kurz, um so prüde zu sein

Von Montag bis Freitag um 6 aufstehen, Brote schmieren, Kinder abliefern, zur Arbeit fahren und sich von der ersten Minute an aufs Wochenende freuen. Das ist doch der Alltag der meisten berufstätigen Mütter, oder? Das will ich nicht. Das ist mir persönlich einfach viel zu wenig. Zu wenig Aufregung, zu wenig Abwechslung, zu wenig Selbstbestimmung. Zu wenig Leben.

Finanzielle Freiheit aber warum ist sie mir so wichtig? Weil ich das Spießbürgerleben nicht mag.
Nein, der Gräuel vor den Jausenbroten ist nicht mein Warum. Aber sie sind die Ausgeburt des Spießbürgertums.

Zu wenig Geld?

Nein, zu wenig Geld war es nicht, als ich noch angestellt war. Zu wenig Arbeit vielleicht. Oder eher zu wenig Herausforderung, zu wenig Kampf. Uuuuuuund: zu viel Sicherheit. Das mag vielleicht komisch klingen, denn Sicherheit und genügend Geld sind doch gute Dinge. Aber nicht für die eigene Entwicklung. Dafür sind sie nämlich der Tod! Man ruht sich darauf aus. Wofür sollte man sich auch weiterentwickeln? Läuft doch eh. Das Geld kommt Monat für Monat rein, das passt schon so. Doch irgendwie passt nichts mehr. Man lebt einen Trott ohne Spontaneität, ohne Aufregung, ohne Herausforderungen. Natürlich – und das muss ich zugeben – auch ohne Scheitern. Zu scheitern habe ich erst gelernt, als ich mich selbstständig gemacht habe. Als sich die Bücher nicht so verkauft haben, wie ich es mir vorgestellt habe und als ich Kunden verloren habe, weil ich gedacht habe, das läuft schon alles – wie eben im Angestelltendasein.

Tausche Sicherheit gegen Selbstbestimmung

Ok, das Warum scheint also die Selbstbestimmung zu sein. Aber was bedeutet das? Das bedeutet, dass ich jederzeit dem Spießbürgertum, in dem ich lebe, entfliehen kann. Kann, aber nicht muss, wenn ich mich gerade doch wohl fühle darin. Dass ich mir von anderen nicht irgendwelche Aufgaben aufbrummen lassen muss. Dass ich selbst sagen kann, ob ich Jausenbrote schmieren will, dass ich Lösungen für Probleme suchen kann, die vielleicht nicht jedermanns Sache sind. Ich will einfach nicht in den gesellschaftlichen Normen folgen müssen, um überleben zu können.

Über Scheiß-Arbeiten, die man sich aussucht

Und Wohnungen zu sanieren, Fliesen zu schleppen und Mietern wegen der Miete nachrennen, ist besser? Ja, ist es tatsächlich. Sicher nicht für jeden, das kann ich schon verstehen. Und auch mir macht es nicht in jedem Augenblick immer zu 100% Spaß. Aber der große Unterschied ist das Ziel, das man vor Augen hat. Während ich mich als Angestellte immer darauf ausruhen konnte, am Monatsanfang ganz genau gleich viel Geld am Konto zu haben, hängt es nun von meinen ganz eigenen Fähigkeiten ab. Je mehr Copywriting-Aufträge ich akquirieren kann, desto mehr schaut pro Monat raus. Je besser mein Markenaufbau, desto mehr Bücher verkaufe ich. Je mehr ich selbst aktiv beim Fix & Flip Projekt (hier geht es zum Artikel über das aktuelle Projekt) angreife, desto weniger Personalkosten haben wir. Ich habe plötzlich so viel in der Hand.

Ich lege in Wohnungen an und kümmere mich auch gerne um die Angelegenheiten. Finanzielle Freiheit bedeutet nicht, dass man nicht arbeitet. Das Warum ist die Selbstbestimmung bei der Arbeit.
Ob es Spaß macht, Wohnungen zu sanieren? Sicher nicht immer und bestimmt nicht jedem. Aber zumindest ist es reine Selbstbestimmung. Niemand zwingt mich dazu.

Zu Viel

Ja, natürlich ist es manchmal zu viel für eine Person. Und es gibt Bereiche, in denen ich selbst einfach nicht versiert genug bin, um diese Dinge alleine zu stemmen. Und je mehr Projekte ich umsetzen will, desto wichtiger ist es, Arbeiten abzugeben. Aber – und jetzt kommt das ganz Tolle dran – auch das habe ich in der Hand. Ich bestimme, wer mir in welchen Bereichen wie viel zur Hand geht!

Aber das Broteschmieren

Ich habe jetzt das Jausenbrotschmieren zweimal erwähnt, weil es für mich innerhalb meines Selbstbestimmungswegs wirklich ein Koloss des Spießbürgertums ist, den ich scheinbar nicht überwinden kann. Jetzt geht unser Jüngster schon in eine freie, demokratische Schule auf Vereinsbasis und ich muss erst in aller Früh schon Brote herrichten. Steht das also für die gesellschaftlichen Zwänge, denen ich mich – und somit vielleicht wir uns alle – einfach beugen müssen? Nö. Ich glaube, es gibt für jedes Problem und jedes Übel eine Lösung. Ich hätte gut 20 Alternativen zum Jausenbrotschmieren parat – von ganz gangbar bis super radikal. Für den 18-Jährigen haben wir das auch schon umgesetzt. Der bekommt immer das Warme vom Vorabend mit. Und warten wir ab, wenn mich das Jauserichten endlich genug ankotzt, wird auch eine Alternative für den Jüngsten ins Haus flattern.

Es ist gar nicht soooo viel, was man wirklich MUSS

Eine Sache, die ich erst in den letzten Jahren gelernt habe, ist, dass man als Mensch gar nicht so viel MUSS. Wir glauben alle immer, irrsinnig viele Dinge tun zu MÜSSEN, weil uns das so verkauft wird. Klar, die Gesellschaft baut ja auch zu großen Teilen darauf auf, dass jeder schön brav in seinem Rädchen bleibt und strampelt. Deswegen wird uns das auch so eingetrichtert. Aber was für ein Leben ist das denn, wenn ich ständig und durchgehend irgendwas MUSS? Will ich nicht. So ein Leben ist nichts für mich. Ich will Dinge tun DÜRFEN, ich will Sachen ausprobieren, die vielleicht auch völlig daneben gehen und das dann auch in einer Konsequenz, bis ich gelernt habe, wie es funktionieren kann. Im Angestelltendasein ginge das auch nicht, denn über kurz oder lang schmeißt mich mein Arbeitgeber wohl raus, wenn ich einfach mache, worauf ich gerade Bock habe – und da muss ich aber dazu sagen, dass meine Vorgesetzten eigentlich immer noch sehr offen für meine ganz eigenen Wege waren. Hätte auch anders aussehen können.

Selbstbestimmung bei der Arbeit: Als Autorin kann ich tun und lassen, was ich will. Ich wähle die Themen und Inhalte, die Formulierungen und im Self Publishing sogar die Buchform und den Vertrieb. Das deckt sich zu 100% mit meinem Selbstbestimmungsbestreben. Mein Warum!
Als Autorin kann ich wirklich zu 100% das tun, das schreiben, das sagen und das veröffentlichen, was ich möchte. Beim Copywriting schaut das anders aus.

Auf Dauer zu scheitern, geht nicht

Gut, das erklärt jetzt meine Bestrebungen, selbstständig zu arbeiten. Aber auch hier hat man einen gewissen Druck, Geld mit den eigenen beruflichen Tätigkeiten zu verdienen. Scheitern ist nur eingeschränkt erlaubt, denn irgendwie muss man ja auch den Lebensunterhalt reinbekommen. Geht leider nicht anders. Und da wären wir nun bei der finanziellen Unabhängigkeit. Das ist mein WARUM. Denn tun und lassen zu können, was ich will, heißt in meinem Fall nicht täglich bis 10:30 im Bett zu bleiben und dann aus dem Fenster auf meinen Jaguar zu blicken. Es bedeutet, arbeiten zu können, was ich möchte – ohne jedes mal darüber nachzudenken, ob dabei auch genügend Kohle rumkommt. Dinge ausprobieren zu dürfen und meine Zeit frei einzuteilen. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir bewusst, dass ich eigentlich schon ganz schön nah dran bin!

Das eigene Warum ist der einzige Antrieb auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit.
Wenn der Wecker um halb sechs Uhr morgens klingelt, dann aus dem Grund, weil ich gerne so früh aufstehen möchte!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: