Allgemein Mindset Unternehmertum

Zur Arbeit motivieren

Motivation ist für Anfänger, habe ich mal gesagt. Doch jede/r von uns hat so Aufgaben, die sie/er am liebsten ganz leise unter den Tisch fallen lassen würde. Und dennoch müssen wir diese Tätigkeiten irgendwie auf die Kette bekommen..

Ich behaupte ja immer, wer sich bewusst für seine Arbeit entscheidet, braucht sich nicht erst zu motivieren. Oder gar von außen motiviert werden. In diesem Blogbeitrag habe ich schon über Motivation geschrieben. Dennoch sitze auch ich manchmal vor dem PC und muss erst „reinfinden“. Ein paar kleine Tricks helfen mir jeden einzelnen Tag dabei.

Motivation für große Arbeitsbrocken

Ich bin ja immer sowas von ehrlich zu euch. Und deswegen kann ich euch auch sagen, dass mir einzelne Aufgaben, die mehrere Stunden oder gar Tage dauern, gern den Schweiß auf die Stirn treiben. Ein Beispiel: Ich soll einen Blogbeitrag für einen Kunden schreiben in einem Bereich, in dem ich nicht so versiert bin. Es ist also viel Recherchearbeit angesagt. Und dann soll es vielleicht noch ein sehr detaillierter Ratgeber werden, an dem ich schon mal alleine fürs Schreiben zwei Stunden sitze. Um es wie ein Buchprojekt zu behandeln und in Teiletappen runterzubrechen, ist das Ding auch wieder nicht groß genug. In solche Fällen neige ich gern zu Prokrastination. Oder zumindest würde ich, wenn ich nicht gewisse Methodiken entwickelt hätte.

Ziele vor Arbeitsbeginn zur Motivation vor Augen führen

Ich weiß, dass das extrem blöd klingt und kaum jemand würde sich das so sagen trauen, aber was mich motiviert, mich ranzusetzen und Schritt für Schritt durch die ungeliebte Aufgabe zu gehen, ist schlicht das Geld, das ich dafür bekomme. Jetzt ist das so nicht ganz richtig. Denn keine Aufgabe ist wirklich „ungeliebt“. Wenn es mich so richtig ankotzt, mache ich es ja von vorn herein nicht. Aber ich meine eben diese aufwendigen Texte, die ich nicht leicht aus dem Ärmel schüttle. Das tue ich, damit ich mich nicht nur ransetze, sondern damit ich auch mein Bestes gebe: Ich schreibe den Betrag, den ich mit genau dieser Aufgabe verdiene, als allererstes mal auf einen Zettel. Danach überlege ich mir, was ich damit mache: Ist es ein Grundumsatz, den ich fürs Leben brauche? Wenn nicht, schreibe ich schon dazu, worin ich investieren will oder auf welches großes Sparziel der Verdienst einzahlt. Mit dem vor Augen schreibt es sich viel leichter.

Motivation zur Arbeit steigt mit der richtigen Bezahlung.
Das ist bestimmt kritisierbar, aber ich schreibe mir bei jedem Auftrag auf, wieviel ich dafür bezahlt bekomme und was ich mit dem verdienten Geld vorhabe.

Druck rausnehmen, was die Fertigstellung angeht

Wie gesagt, stressen mich hauptsächlich große Aufgabenbrocken. Und da hilft es mir ganz besonders gut, den Druck rauszunehmen, die in einem Arbeitsblock fertigbekommen zu müssen. Wenn der Druck weg ist, lässt sich auch die Motivation wieder blicken. Bei langen und aufwendigen Texten mit viel Hintergrundrecherche habe ich mir zum Beispiel angewöhnt, das Korrekturlesen auf den nächsten Tag zu verschieben. Das mache ich ganz einfach nicht an dem Tag, an dem ich schreibe. Aber selbst wenn ich mit dem Schreiben nicht in der gewünschten Zeit fertig werde, ist es kein Problem. Selten kommt es vor, dass mein Text über Leben und Tod entscheidet. Daher ist es meist kein Ding, wenn ich zwei Tage lang dran schreibe. Und wisst ihr, was ich am zweiten Tag mache, bevor ich mich wieder ransetze? Ich schau mir noch einmal an, was ich mit der Arbeit verdiene und los geht’s.

Arbeitblöcke einteilen und Wecker stellen

Hin und wieder sitze auch ich vorm PC und starre nur rein. Oder klopfe ein paar Wörter rein, aber komme nicht zum Punkt. Meistens liegt es daran, dass ich die wenige mir zur Verfügung stehende Arbeitszeit voll ausschöpfen will. Doch so funktioniert das nicht. Man muss Pausen machen, sonst leidet nicht nur die Produktivität, sondern auch die Motivation. Ist ja logisch, wenn sich Arbeiten ewig ziehen, macht das keine Spaß. Daher teile ich mir meine Arbeitszeit in Blöcke ein. Und dazwischen mache ich Pausen. Für mich sind so 90 Minuten ganz gut. Da finde ich ins Thema rein, komm gut weiter und habe dann eine Pause, wenn ich merke, dass es etwas zäher geht.

Pausen halten die Motivation hoch.
Auch ich neige gern dazu, die Pausen ausfallen zu lassen, immer mit der Konsequenz, dann noch langsamer voranzukommen.

Im Vorfeld stimmige Konditionen ausverhandeln steigert die Motivation

Dass ich Freude damit habe, mir vor Arbeitsbeginn auszumalen, was ich mit dem verdienten Geld mache, funktioniert nur, weil ich keine Dumping-Preise anbiete. Mache ich einfach nicht. Ich rechne aus, was ich mindestens für die Leistung haben will und darunter gehe ich nicht. Denn wisst ihr was: Zu wenig Geld für die Arbeit zu bekommen, schlägt ganz massiv auf die Motivation. Dann quält man sich an ein Projekt ran oder schiebt es ewig vor sich her. Jetzt mal abgesehen davon, dass auch das Ergebnis nicht passt. Ich beuge dem Motivationstief also vor, indem ich ausschließlich für eine gerechte Bezahlung arbeite.

Schlechte Arbeit zulassen

Manchmal schreibe ich einfach so richtig schlecht. Das kommt vor. Ich finde nicht rein, und es alles ist irgendwie holprig. Wisst ihr was ich dagegen tue? Gar nichts! Ich arbeite einfach weiter. Ich warte nicht auf die große Inspiration oder dass mir die einleitende Formulierung im Schlaf einfällt. Manchmal ist es so – gerade bei kreativen Berufen – dass man ins Klo greift. Macht nichts. Man kann das Geschriebene ja jederzeit wieder ausbessern. Und meist tue ich das auch am nächsten Tag. Da sehe ich plötzlich, was mir gefehlt hat und schwupps, passt der ganze Text. Eine Sache jedoch tue ich nie: Ich schicke dem Kunden keinen Text, den ich selbst schlecht finde. Dann muss er halt noch einen Tag warten drauf.

Finishing Elemente auf den nächsten Tag verschieben

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich das Korrektorat gern auf den nächsten Tag lege. So handhabe ich es eigentlich mit allen finishing details. Auch, wenn ich eine Grafik erstelle, einen Flyer entwerfe oder den nächsten Contentplan festlege. Ich gebe mir eine Nacht, um darüber zu schlafen. So nimmt das den Druck raus, unbedingt noch am selben Tag fertig werden zu wollen. Das ist nämlich etwas, zu dem ich immer wieder neige. Und ihr wisst ja, Druck ist der Motivation Tod!

Einfach machen

Old but gold: Ich mach einfach. Es gibt ja auch so ein paar Arbeiten, die kein Geld bringen, wo man nichts Aufregendes, Neues lernt und die öde und wiederkehrend sind. Einfach machen, ist da die Devise. Da darf ich dann halt nicht überlegen, ob das Spaß macht, ob ich das jetzt machen möchte oder nicht oder ob ich etwas Anderes lieber täte. Denn all diese Gedanken machen mir meine Buchhaltung nicht, auch nicht den Haushalt. Es türmt sich nur immer mehr und mehr. Wenn es nicht von alleine weggeht, muss man sich halt ranmachen.

Wenn man sich zu einer Arbeit so gar nicht motivieren kann, hat das vielleicht einen Grund. Und dann ist diese Tätigkeit nicht die Richtige.
Ich bin wohl die schlechteste Putzfrau der Welt. Sicher auch bedingt dadurch, dass ich die Arbeit einfach nicht mag. Warum sollte ich sie dann machen? Andere können es richtig gut und verdienen damit ihren Lebensunterhalt

Outsourcen, was so gar nicht geht

Das alles soll jetzt kein Plädoyer für harte Arbeit sein. Im Gegenteil: Wenn etwas so gar nicht geht für mich, dann muss es eben jemand anderes machen. Und ja, dann zahle ich dafür. Bei mir ist es zum Beispiel putzen. Ich mag es nicht, ich bin schlecht darin und es kostet mich irrsinnig viel Zeit. Das noch dazu dafür, dass das Ergebnis auch immer zu wünschen übriglässt. Es gibt also keinen Grund, warum ich das selber machen sollte. Das hat aber nichts mit kleineren Motivationstiefs zu tun, sondern ist eine grundsätzliche Abneigung. Und der darf man genauso nachgeben wie seinen Leidenschaften!

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