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Erstes Business mit sechs

Mein Sohn hatte diese Woche seinen allerersten Schultag. Er ist gerade sechs geworden. Aber er hat nicht nur seine Schulkarriere in dieser Woche begonnen, sondern auch sein erstes eigenes Business.

Wenn wir auf der Straße zusammen gehen, gibt er mir immer noch die Hand. Wann immer ihn ein Fremder anspricht, versteckt er sein Gesicht bei mir. Er schläft noch bei uns im Familienbett. UND: Er hatte eine Geschäftsidee und verdient damit sein erstes eigenes Geld. Die Rede ist von meinem sechsjährigen Sohn.

Märklin, seine neue große Liebe

Eigentlich haben wir das alles ja meinem Mann zu verdanken. Der beschäftigt sich schon längere Zeit recht intensiv mit Märklin-Eisenbahnen. Ich denke, ich muss das nicht groß erklären, denn die Modell-Eisenbahnen von Märklin kennt bestimmt jeder. Und wer nicht weiß, was das ist, kann sich die Website hier im Link mal ansehen. Jedenfalls besitzt mein Mann eine ganz ordentliche Sammlung. Irgendwann Ende letzten Jahres hat er dann begonnen, sich mit dem Wert und den aktuellen Preisen zu beschäftigen, weil er sie gerne verkaufen wollte. Da da doch einige recht wertvolle Exemplare dabei waren, hat er sich ein ganzes Jahr Zeit gelassen, um den Markt zu beobachten. Diesen Herbst wollte er sie auf Ebay stellen.

Harte Arbeit, Stunden um Stunden arbeitet unser Sohn an seiner Märklin-Ausstellung. Und am liebsten würde er gar nichts Anderes mehr tun.
Schiene um Schiene zum ersten selbst verdienten Geld.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Nun ja, zu erklären, warum auch mein Sohn vollkommen in den Bann dieser Eisenbahnen geraten ist, ist nicht schwierig. Mein Mann hat sie als Kind geliebt und im Zuge seiner Preisrecherchen ist auch mein Sohn immer wieder mit eingebunden worden. Und er wollte sie ausprobieren und testen und halten und aufbauen und was Liebhaber eben alles mit diesen Zügen machen. Und schwupps, hatten wir ein Kinderzimmer voll Schienen, Bahnhöfen, Weichen und Zügen.

Vom Hobby zum ersten selbstverdienten Geld

Dieses Märklin-Ding wurde groß! Immer mehr wurde gebaut und immer längere Züge fuhren durch das Zimmer unseres Sohnes. Der erste Satz nach dem Aufwachen war die Frage: „Papa, gehen wir zu den Zügen?“ Und der letzte vor dem Schlafengehen lautete: „Papa, können wir noch schnell nach den Zügen sehen?“ Und davor und danach und zwischendurch saßen die beiden nur noch an den Eisenbahnen. Ich habe schon eine halbe Stunde, bevor das Essen überhaupt fertig war, durch das Haus gerufen, weil sie immer ewig gebraucht haben, um sich von ihren Zügen zu trennen.

Ein Ausstellung all unserer Märklin-Züge und die Vorführung der Eisenbahn ist die erste Geschäftsidee unseres Sohnes.
Ganze Städte und Landschaften entstehen gerade im Zimmer unsere Sohnes

Geld verdienen mit dem eigenen Hobby

Und was glaubt ihr, wie oft ich hochgehen musste, um mir neue und immer noch komplexere Schienenaufbauten anzusehen? Zehnmal am Tag ist noch zu wenig. Und wer immer zu Besuch hier war, bekam die Züge präsentiert. Voller Stolz hat unser Sohn jedes Detail erklärt, vorsichtig die Loks hergezeigt und seine Fahrten vorgeführt. Und wie begeistert alle Leute davon waren – logisch, wem gefällt es nicht, einen Sechsjährigen so voller Euphorie zu erleben? Und so kam er auf die Idee, daraus eine Ausstellung zu machen und pro Besucher einen Euro Eintritt zu verlangen.

Von der Schule zum Kunden

Zugegeben, das Timing hätte etwas besser sein können. Denn diese zwei Ausstellungswochen fallen genau mit seinen allerersten Schulwochen zusammen. Mir war es wichtig, seinen Ehrgeiz und seine Euphorie nicht gleich mit irgendwelchen „Abers“ zu drosseln. Und wann ist denn das Timing für eine Geschäftsidee schon ideal? Also haben wir gemeinsam noch vor dem ersten Schultag eine Einladung produziert und verschickt, damit auch genügend Besucher seine Ausstellung sehen können. Die Ausstellung läuft über zwei Wochen montags bis freitags Nachmittag.

Unser Sohn verdient sich sein erstes Geld mit einer Märklin-Eisenbahnausstellung
Einladung zur Eisenbahnausstellung unseres Sohnes.

Das Geschäft läuft

Tja, was soll ich sagen? Das Geschäft läuft. Er hat nach den ersten paar Tagen bereits fünf Euro mit seiner Ausstellung verdient. Und so wie die Anmeldezahlen im Moment stehen, kommt er bestimmt auf € 20,- in diesen zwei Wochen. Für einen Sechsjährigen ganz beachtlich, wie ich finde, immerhin entspricht das zehn Wochen an Taschengeldzahlungen. Und für ihn als Schüler handelt es sich ja nur um eine Teilzeit-Selbstständigkeit.

Geld verdienen und Spaß haben

Aber seien wir mal ehrlich, um die 20 Euro geht es natürlich gar nicht. Die hätte er ja auch von uns bekommen können für was auch immer er dann damit tun will. Ich habe ja schon mal in diesem Blogartikel darüber geschrieben, warum unsere Kinder einen Anspruch auf einen gewissen Anteil unseres Familieneinkommens haben. Was unterm Strich bleibt, ist die Erfahrung, dass man Geld verdienen kann, indem man tut, was man liebt. Dass auf dieser Welt Geld zu verdienen, eigentlich keine so schwierige Sache ist, wie uns oft eingeredet wird und dass man seine Leidenschaft einfach umsetzen soll. Übrigens hat er eine eigene Sparbüchse für „selbstverdientes Geld“ eröffnet. Dass es ein tolles Gefühl ist, die Münzen da reinzuwerfen, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Einmal Unternehmer, immer Unternehmer?

Und noch etwas ganz Tolles ist passiert. Der Bub hat Lunte gerochen. Er hat gelernt, dass er Geld bekommt, wenn er etwas anbietet, das die Leute brauchen. Und hatte direkt weitere Geschäftsideen für die Zukunft präsentiert. Wir fangen an mit dem Verkaufen von Dingen, die wir nicht mehr brauchen (davon haben wir eine ganze Garage voll) und wollen dann auch in die Produktion weitergehen. Schritt für Schritt. Denn momentan ist er mit der Schule und seinem ersten Business ausgelastet!

Mit sechs Jahren schon das erste eigene Geld verdient.
Große Kinderaugen und jede Menge Spaß beim Aufbau. Und dann auch noch ein lukratives Geschäft.

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