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3, 2, 1 – VERKAUFT

Unsere Wohnung ist verkauft. Alles ein wenig verwirrend, oder? Unsere eigene Eigentumswohnung haben wir verkauft, um als Anleger andere Wohnungen kaufen zu können. Und wir selbst? Na, wir mieten.

Das ging ja schneller, als gedacht. Unsere wunderschöne Wohnung in Graz Gösting ist verkauft. Ein paar wenige Besichtigungstermine haben gereicht und schon haben wir den gewünschten Kaufpreis angeboten bekommen. Doch warum haben wir als Anleger unsere Wohnung eigentlich nicht behalten?

Ein Tränchen habe ich schon verdrückt

Nein, nicht beim Verkauf selbst. Da habe ich mich wahnsinnig darüber gefreut, dass wir einen so guten Preis erzielt haben. Aber davor, da musste ich wirklich die eine oder andere Träne wegdrücken. Achwas, ich habe geheult wie ein Schlosshund. Dabei habe ich gerade mal 8 Jahre in dieser Wohnung gewohnt. Aber wisst ihr, bei all dem kaufmännischen Kalkül, unter dem wir verkauft haben, gibt es dann doch auch so etwas wie eine emotionale Bindung. Vielleicht gar nicht unmittelbar der Wohnung gegenüber, aber als vierköpfige Familie haben wir nie irgendwo anders gewohnt als in dieser Wohnung. Mein Kleinster ist hier auf die Welt gekommen, die zwei Jahre, die ich mit ihm zu Hause war, haben wir in dieser Wohnung verbracht. Und ach, ich vermisse die Zeit. Wir sind glücklich im Haus, haben mehr Platz und einen riesigen Garten, aber mein Kleinster ist mit sechs Jahren nun mal kein Baby mehr. Und da darf man als Mama doch auch mal einfach weinen, oder?

Unsere Wohnung wäre als Anlegerwohnung für die Vermietung an Familien durchaus geeignet. Uns ist das Risiko bei einer so großen Immobilie zu hoch.
Auch wenn die beiden Kinderzimmer recht klein waren und unser Jüngster ohnehin nie in seinem eigenen Bett geschlafen hat, bin ich wehmütig. Wir haben gaaaanz viel Liebe in die Einrichtung gesteckt!

Warum war diese Wohnung so schnell weg?

Nun ja, die Erklärung haben wir direkt bei den Besichtigungsterminen bekommen: Wohnungen in dieser Größe mit Garten sind eine Seltenheit in Graz. Wir haben ja im Vorfeld ordentlich recherchiert, was den Kaufpreis angeht und wo in etwa ähnliche Wohnungen liegen und selbst da ist uns schon aufgefallen: So wirklich vergleichbare Wohnungen gibt es eigentlich gar nicht. Der Garten, die Aussicht, die Terrassen, der Schnitt der Zimmer… Da haben wir schon ein kleines Schmuckstück.

Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis war der Grund, dass wir die Wohnung so schnell verkauft haben.
Dieses Bild von der Terrasse gibt wahrscheinlich schon ein wenig Aufschluss darüber, warum die Wohnung so gut weggegangen ist.

Oder war der Preis der Wohnung zu niedrig?

Ja, das ist bestimmt auch ein Grund. Wir haben die Wohnung wirklich zu einem wahren Schnäppchenpreis erstanden. Jetzt im Nachhinein gesehen. Das hat uns erlaubt, einen einigermaßen humanen Weiterverkaufspreis anzubieten. Wir haben die Wohnung ausschließlich auf willhaben angeboten, mehr war nicht nötig. Und wir haben wirklich gutes Geld daran verdient, ohne in eine Preiskategorie zu gelangen, für die es in Graz kaum Interessenten gibt. Das hat uns natürlich den Verkauf irrsinnig erleichtert.

Was nun in Sachen Immobilien?

Ich denke, ich habe euch im Vorfeld schon das eine oder andere Mal erklärt, warum wir diese Wohnung nicht vermieten, sondern stattdessen nun Ausschau nach mehreren, kleinen Wohnungen halten. Was uns nach der Rückzahlung des Kredites übrigbleibt, wird als Eigenkapitalsanteil in mehrere kleine Wohnungen gelegt. Geplant sind drei, es könnten sich auch vier ausgehen, aber wir wollen nach der Corona-Krise keinen allzu hohen Fremdkapitalsanteil. Krisen kommen immer wieder und wer weiß, wann die nächste ins Haus steht und welche Bereiche davon betroffen sein wird.

Lieber mehrere kleine, als eine große Anlegerwohnung

Unsere alte Wohnung ist toll und bestimmt hätte es viele Interessenten für eine Miete gegeben. Doch mit nur einer – noch dazu so großen und damit teuren – Wohnung ist einfach das Ausfallrisiko für uns als Anleger zu hoch. Was, wenn wir hier mal fünf Monate lang keinen Mieter finden? Bei der noch anstehenden Kreditrückzahlung könnte uns das das Genick brechen. Außerdem wisst ihr ja schon, dass es mir wichtig ist, einen humanen Mietzins anzubieten. Das wäre da gar nicht wirklich möglich gewesen. Sicher liegt die Wohnung mit der gesamten Ausstattung in einem Luxussegment und muss nicht um € 8,50 am Quadratmeter vermietet werden. Dennoch wären wir in Preissphären unterwegs gewesen, die nicht mehr meinen Prinzipien entsprechen. Ich habe in dem Blogbeitrag über meine erst Anlegerwohnung ja mal darüber gesprochen.

Als Anleger streut man sein Risiko besser mit mehreren kleinen statt einer großen Wohnung
Mehrere kleine Wohnungen zu vermieten, macht vielleicht mehr Arbeit als eine große Anlegerwohnung. Doch das Risiko ist wesentlich besser gestreut.

Über die große Erleichterung

Mein Mann und ich haben leider schlechte Angewohnheiten, was diese großen Erfolge angeht. Das war beim Kauf meiner ersten Anlegerwohnung so und ist beim Verkauf unserer eigenen Wohnung dasselbe. Wir feiern diese Dinge nicht gebührend. Wir feiern sie gar nicht, denn ich sage euch ehrlich wie es ist: Wir stehen ja auch heute beim Thema Vermögensaufbau immer noch am Anfang. Und was wir beide bei diesen Deals empfinden, ist weniger Freude als Erleichterung. Erleichterung, dass ein Plan, den wir gefasst haben, aufgegangen ist. Das ist zwar irgendwie verständlich, weil wir einfach noch nicht so viel Erfahrung haben, andererseits ist es auch schade, da man seine Erfolge ja auch feiern muss. Und wenn wir irgendwann richtig Routine gewonnen haben, werden wir solche Meilensteine wahrscheinlich auch nicht mehr feiern. Denn dann ist es ja nichts Besonderes mehr.

Auf zu neuen Anleger-Ufern

Gut, ich habe euch ja schon erzählt, dass ich bereits jetzt meine Augen offen halte, was neue Investitionsmöglichkeiten angeht. Ich selbst möchte gerne eine neue Anlage ab Herbst finden, dann die drei Wohnungen, die wir aus dem Verkauf unseres Eigentums kaufen möchten und noch ein Investment kommt dazu für unseren Kleinsten, der – wie die meisten Kinder – einen Bausparvertrag hat, der im September ausläuft. Es müssen aber tatsächlich gar nicht unbedingt alles Anleger-Wohnungen sein. Ich bin auch durchaus an Ferienimmobilien interessiert oder würde Unternehmensbeteiligungen in Betracht ziehen. Auch was den Standort angeht, bin ich etwas flexibler als bei meiner ersten Anlegerwohnung.

Ach, wer das Inserat für die Wohnung sehen will, kann das noch kurze Zeit hier auf willhaben. Der Link wird allerdings nicht mehr allzu lange funktionieren, da das Inserat bald ausläuft. Bitte dies zu berücksichtigen.

Knapp 106 m2, Blick über Graz und eine Top-Ausstattung zeichnen unsere (ehemalige) Wohnung aus.

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