Allgemein finanzielle Bildung Mindset

Wir leben in einer Welt des Geldes und verstehen nichts davon!

Tatsächlich ist es für das System, in dem wir leben, durchaus praktisch, dass wir allesamt keine finanzielle Bildung haben. Deswegen brauchen wir da auch nicht auf viel Hilfe von außen zu hoffen. Aber umso mehr sollten wir dieses Thema selbst in Angriff nehmen.

Der richtige Umgang mit Geld ist eigentlich überhaupt nicht schwierig. Und dennoch scheint es für den Großteil der Bevölkerung schier unmöglich zu sein, ihre Finanzen selbst zu verwalten. Von einem Vermögen will ich da gar nicht erst reden. Woran liegt es, dass wir nichts über Geld lernen?

Was wir von unseren Eltern über Geld lernen

Das ist ja immer irgendwie die leichteste Übung, oder? Schieben wir es auf die Eltern. Hier habe ich schon mal darüber geschrieben, wie mein Elternhaus meine Geldgewohnheiten beeinflusst hat. Es ist deshalb so einfach, weil es auch immer richtig ist. Denn lernen beginnt eben ganz am Anfang und da sind nun mal unsere Eltern. Dass unsere Eltern uns nicht den richtigen Umgang mit Geld beibringen, hat aber einen genauso einfachen Grund: Sie wissen es selbst nicht besser. Und somit drehen wir uns hier im Kreis. Unsere Eltern haben uns schlechte Geldgewohnheiten beigebracht, weil sie es so von ihren Eltern gelernt haben und die es wieder von deren Eltern und so weiter. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Kinder lernen von ihren Eltern, mit Geld umzugehen. Oder auch nicht, wenn die Eltern selbst nichts wissen.
Klar haben es unsere Eltern immer gut mit uns gemeint. Sie haben immer getan, was sie konnten. Aber was sollen sie uns beibringen, wenn sie selbst nichts wissen?

Was wir in der Schule über Geld lernen

Die Schule ist ja eines meiner Lieblingsthemen. Das habt ihr vielleicht schon bemerkt. Nicht nur in Sachen Geld. Ich könnte ja stundenlang darüber philosophieren, wie mir die Schule absolut nichts beigebracht hat, was ich heute noch brauchen könnte. Ich habe die Klimazonen bis ins kleinste Detail gelernt und Augen einer Kuh seziert. Ich habe Daten sämtlicher römischer Schlachten auswendig wissen müssen und konnte super Integralrechnungen lösen. Aber wie ich meine Steuererklärung mache, hat mir kein Mensch gezeigt. Das ist jetzt nur ein ganz krasses Beispiel für die Verfehlungen des Schulsystems. Denn die beziehen sich meines Erachtens nach nicht ausschließlich auf das Thema „Finanzen“. Aber hier alles aufzuzählen, was die Schule verabsäumt, sprengt den Rahmen. Aber eines, meine Lieben, werdet ihr auch schon bemerkt haben: Die Schule lehrt uns nichts fürs Leben.

Auch unsere Freunde können uns den richtigen Umgang mit Geld nicht lehren, denn sie verstehen davon genauso wenig wie wir.
Unsere Freunde – weder im Kindes- noch im Jugendalter – wissen im Normalfall auch nicht mehr als wir über Geld. Woher denn auch?

Was wir von unseren Freunden über Geld lernen

Unsere Freundschaften im Kinder- und Jugendalter sind dann ja die nächsten Informationsquellen. Aber was wissen die über Geld, Vermögensaufbau, Investitionen? Gleich viel wie wir. In der Regel sind nämlich ihre Eltern genauso gescheit wie unsere. Und Schule besuchen wir ja auch dieselbe. Also lernen sie das Gleiche wie wir: nichts. In den Cliquen steigt höchstens noch der Konsumdruck. Was schon in frühen Jahren zu schlechten Geldgewohnheiten führt. Leute, es steht nicht gut um unser Wissen!

Was uns die Gesellschaft beibringt

Gut, jetzt haben wir jede Menge Nichtwissen und dann kommt noch der gesellschaftliche Druck dazu. Und hier prallen Welten aufeinander, die eine ganz schlechte Kombination für unseren Vermögensaufbau ergeben. Wir werden mit Werbung zugemüllt ohne Ende und jeder will Profit aus uns schlagen. Und sie beginnen damit in ganz jungen Jahren, denn da sind wir am allerleichtesten beeinflussbar. Und wenn wir nicht aufpassen, ist das für unsere finanzielle Unabhängigkeit bereits das Todesurteil. Einfach weil man aus so einem Konsumwahn irrsinnig schwer wieder rausfindet. Wir werden mit Newslettern und Angeboten, Sales Funnels und Postwürfen geködert – eigentlich den ganzen Tag über.

Kein Konsum ist auch keine Lösung

Ich habe ja schon öfters gesagt, dass ich selbst auch gerne Konsumartikel kaufe. Dass es auch Ausgaben gibt, an denen ich niemals spare. Und jedem davon abzuraten, Teile seines Geldes auch einfach für Konsum auszugeben, wäre komplett kontraproduktiv, da ich als Anlegerin ja auch kein Interesse daran habe, dass die großen Unternehmen keinen Absatz mehr machen. Das würde sich ja negativ auf die Aktien auswirken.

Aber die meisten Menschen geben ALLES aus, was sie verdienen und ein nicht zu geringer Teil der westlichen Bevölkerung gibt sogar mehr aus, als er verdient. Und da will ich nicht mitmachen, denn so kann man aus dem Hamsterrad aus arbeiten-einkaufen-arbeiten-einkaufen nicht ausbrechen. Natürlich ist es möglich, so bis an sein Lebensende dahinzuwerkeln. Für mich ist es nicht das Richtige.

Warum das System uns nicht mehr beibringt

Ich will nicht so weit gehen, zu sagen, dass wir hier alle von klein auf gebrainwashed werden. Dass es eine Verschwörung gibt, die uns alle Instrumente des Kaptitalmarktes vorenthält und uns nur zu Einzahlern macht, die nie was rausbekommen, glaube ich nicht. Aber eines steht fest: Praktisch ist es schon, dass wir alle solche Nullen in Sachen Geldumgang sind. So pulvern wir immer schön unsere Kohle in die Wirtschaft und konsumieren jeden Schrott, den uns jemand anbietet. Anstatt Starbucks-Aktien kaufen wir überteuerten Starbucks-Kaffee. Anstatt Apple-Aktien wollen wir immer das neueste Iphone. Und um uns das alles leisten zu können, müssen wir arbeiten und das in der Regel in einem Angestelltenverhältnis, denn sonst ist die Sicherheit weg, dass wir uns diese Güter auch alle leisten können. Ihr versteht, was ich meine? Diese finanzielle Unwissenheit, die von Generation zu Generation weitergegeben wird, hat ihren Ursprung nicht in einer Verschwörung, aber für das System ist sie dennoch von Bedeutung. Was glaubt ihr, ist der Grund, warum hier nie jemand ansetzt? Warum nicht finanzielle Bildung am Stundenplan steht?

In der Schule lernen wir schon mal gar nichts über Geld. Da werden wir höchstens noch weiter zu Konsumtrotteln erzogen.
So viele Jahre Schule und nicht einmal hat mir jemand die Prinzipien des Kapitalmarktes erklärt. Klar, die Lehrer verstehen ja selbst nichts davon.

Wir haben unser Finanzwissen selbst in der Hand

Ja, es stimmt, wir können alle nichts dafür, dass wir keine Ahnung von einem richtigen Umgang mit Geld haben. Aber wir können was dafür, wenn wir es jetzt nicht ändern. Denn mittlerweile sind wir groß genug, um uns selbst um unsere Finanzen zu kümmern. Und das sollten wir tun, sofern wir nicht in zehn oder 15 Jahren immer noch genau da stehen wollen, wo wir jetzt stehen: ohne finanziellen Puffer und immer von Gehalt zu Gehalt lebend.

Wie wir uns weiterbilden können

Wo soll man da beginnen? Egal wo, Hauptsache bei sich selbst. Warum ich das sage? Weil es auch keine adäquate Lösung ist, zum Bankberater zu laufen und dem eine viel zu teure Versicherung oder einen aktiv gemanageten Fonds abzukaufen, bei dem man das Kleingedruckte mal einfach überliest. Denn dann hat man vielleicht sein Geld wo gebunkert, hat aber selbst wieder keinen Dunst von der Materie. Und zahlt für die Veranlagung auch noch einen Haufen an Gebühren, die nicht sein müssen.

Deswegen sage ich, man muss bei sich selbst anfangen. Ich habe einmal einen Artikel geschrieben, in dem ich die Basislektüre für finanzielle Bildung zusammengefasst habe. Das war zwar ein Corona-Post, aber wenn man sich hier eines oder zwei aussucht, hat man schon mal gut begonnen. Die Titel sind ja allesamt zeitlos und hatten auch mit der Pandemie nichts zu tun. Deswegen kann ich die immer noch uneingeschränkt empfehlen. Ich werde mir in der nächsten Zeit mal die Mühe machen, eine neue Seite mit Buchtipps aufzusetzen und auch welche dazunehmen, die nicht mehr nur die Grundlagen behandeln – obwohl ich denke, dass wenn man es einmal überrissen hat, dann braucht man gar nicht mehr so viel Tiefe in jedem einzelnen Bereich beziehungsweise ergibt es sich von selbst. Ansonsten bietet das Internet auch noch jede Menge gratis Content: Madame Moneypenny, der Finanzrocker, der Finanzwesir oder der Investmentpunk. Die stellen viel Wissen gratis und noch viel mehr dann gegen Bezahlung zur Verfügung.

Es ist gar nicht so schwierig!

Eines könnt ihr mir glauben: Es ist gar keine Rocket Science! Man kann die Funktionsweisen des Kapitalmarktes wirklich kapieren, wenn man sich ein wenig damit beschäftigt. Es braucht nicht mal allzu viel dazu. Und nein, nur weil ihr die Verträge eurer Versicherungen und Banken nicht versteht, heißt es nicht, dass ihr zu dumm seid für das Thema. Die sind extra so formuliert, dass ihr sie nicht verstehen könnt. Es liegt nicht an euch, und nicht alles am Finanzmarkt ist so gestaltet, dass man es nicht raffen könnte! Mit ein wenig Recherche und ein bisschen probieren, steigt man da schon dahinter. Und stellt euch vor, ihr könnt euren Kinder dann das geben, was eure Eltern euch nicht geben konnten: finanzielle Bildung!

Ihr habt die Chance, euren Kindern den richtigen Umgang mit Geld beizubringen und so erstmals den Teufelskreis zu durchbrechen! Aber dazu müsst ihr selbst erst lernen!
Wenn ihr jetzt ein wenig Zeit in eure finanzielle Bildung investiert (hier der Beitrag, warum das immer eine gute Investition ist), könnt ihr den Teufelskreis durchbrechen!

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