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Investition, Spekulation, Verbindlichkeit

So einfach, wie man denkt, ist es oft gar nicht, eine Verbindlichkeit von einer Investition zu unterscheiden. Da meint man, man hat eine kluge Investition getätigt und im Endeffekt hat's nichts gebracht und nur gekostet.

Ist doch klar, was eine Investition ist, oder? Mag man vielleicht denken. Doch tatsächlich war mir das oftmals gar nicht klar. Das habe ich aber erst bemerkt, als ich meine finanzielle Bildung selbst in die Hand genommen habe.

Ausgabe ist nicht gleich Ausgabe

Es macht tatsächlich einen großen Unterschied, wofür ich mein Geld ausgebe. Denn auch, wenn es im ersten Schritt mal weg ist, führen einige Ausgaben dazu, dass sich das Geld vermehrt. Oder aber eine Ausgabe führt unweigerlich zur nächsten und die bedingt wieder eine Ausgabe.

Investitionen

Investitionen sind ja natürlich mal die allerbeste Idee, um sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Was aber sind Investitionen überhaupt? Das definiert sich in etwa so: Wenn du dein Geld für eine Sache aufwendest, die dir in Zukunft dauerhaft wieder Geld einbringt. Sprich, jährlich, quartalsweise oder monatlich fließt durch dieses aufgewandte Geld immer wieder Geld in deine Tasche zurück. Einfachstes Beispiel: Du hast in Dividendenaktien investiert und erhältst dafür – Überraschung! – Dividenden.

Arten von Investitionen

Wenn man jetzt eine Investition so definiert, wie ich das oben getan habe, gibt es eigentlich gar nicht sooooo viele unterschiedliche Investitionsmöglichkeiten. Also, im Detail dann natürlich schon, aber jetzt in der groben Unterscheidung sind es eigentlich eher wenige. In vielen Fällen kann man sie auch mit passiven Einkommensquellen gleichsetzen. In was kann ich also eigentlich investieren?

Aktien

Aktien zu kaufen, heißt nicht gleich, dass ich in Aktien investiere. Denn gerade hier ist ganz viel Raum für Spekulationen. Wann ist es also eine Investment- oder Anlagestrategie? Wenn ich Aktien kaufe, um sie langfristig zu halten und um laufend Geld damit zu verdienen. Geld, das mir entweder ausgeschüttet wird oder das ich direkt wieder reinvestiere, um damit noch mehr Aktien zu kaufen. Wenn ich von Aktien spreche, meine ich hier natürlich auch Fonds, die ja nicht nur aus Aktien bestehen müssen.

Immobilien

Was bei den Aktien die Dividenden sind, sind hier die Mieteinnahmen. Das schließt aber eines schon mal aus: Das Eigenheim. Das eigene Haus ist keine Investition. Das gehört in eine ganz andere Kategorie. Aber das Prinzip ist eigentlich recht einfach: Ich kaufe eine Wohnung, vermiete sie und erhalte dafür Monat für Monat Geld vom Mieter. Klingt logisch, ist es auch.

Unternehmen

Da kann man noch einmal unterscheiden. Ich kann Geld in mein eigenes Unternehmen pulvern mit der Intention, hier einen Gewinn daraus zu ziehen oder ich kann in ein fremdes Unternehmen investieren – als Unternehmensbeteiligung. Eingangs habe ich ja gesagt, dass es gar nicht so wahnsinnig viele unterschiedliche Investitionsmöglichkeiten gibt. Natürlich gibt es Millionen unterschiedlicher Unternehmensformen, in die ich investieren kann. Die kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Aber im Endeffekt lege ich Geld in einen Betrieb, um daraus mehr und regelmäßig wieder Geld zu bekommen.

Investition in mich selbst

Ein Buch ist immer eine Investition. Zumindest wenn es der Weiterbildung dient. In meinem Fall sehe ich sogar Unterhaltungsliteratur als Investition, weil ich als Autorin natürlich lesen MUSS. Jeder besuchte Kurs, der einen beruflich weiterbringt, jedes Webinar, das einem neue Dinge beibringt, ist eine reine Investition. Viele andere gehen ja soweit, sogar ein Paar neuer Laufschuhe als Investition zu bezeichnen. Ich verstehe auch die Argumentation: Sport ist wichtig, um gesund zu bleiben. Ohne Gesundheit kann ich GAR kein Geld verdienen. Ich sehe das aber nicht so, denn Sport kann ich tatsächlich auch ohne dieses Investment treiben. Und generell stehe ich Schuhen als Investition eher skeptisch gegenüber, weil ich zwar mein Geld gerne für neue Schuhe ausgebe, aber immer nur zu meiner privaten Freude. Auch Laufschuhe werden bei mir eher nach ihrer Optik ausgesucht als nach ihrer Funktionalität. Gut, ich will mich jetzt nicht im Thema „Schuhe“ verlieren. Das Prinzip der „Investition in sich selbst“ ist klar, oder? Je mehr ich kann und je mehr ich weiß, desto mehr verdiene ich. Mir fiel komischerweise dieser Punkt schon schwer, weil auch ich mit anderen Werten aufgewachsen bin. Da war es völlig ok, für neue Jeans € 100,- auszugeben, aber bei € 20,- für ein Buch habe ich früher mal geschnauft. Heute gehört es zu den Dingen, an denen ich nie spare!

Die Investition in sich selbst, ist immer eine gute Investition.
Jeder Cent in die eigene Bildung ist absolut gut investiertes Geld!

Zeit statt Geld investieren

Oftmals kann man auch Zeit als Investitionsmittel nehmen, es muss gar nicht unbedingt Geld sein. Auch wenn ich für mich finanzielle Freiheit mit einer absolut selbstständigen Zeiteinteilung verbinde, heißt das nicht, dass ich nicht auch bereit bin, meine Zeit zu investieren. Ist ja auch wieder eine bewusste Entscheidung. Wo klappt das aber jetzt? Am Aktienmarkt nicht. Da wartet wohl keiner darauf, dass ich sage: „Geld mag ich nicht investieren, aber meine Zeit.“ Allerdings geben einige Unternehmen Aktien an ihre Mitarbeiter aus – als Prämiensystem zum Beispiel und wenn man jetzt einen Angestelltenjob gleichsetzt mit dem Tausch von Zeit gegen Geld, dann kann man also in ganz wenigen Ausnahmefällen auch seine Zeit in Aktien umtauschen. Wo es wiederum sehr gut funktioniert, ist bei der „Investition in sich selbst“. Lesen und Weiterbildung sind ja prinzipiell sehr zeitaufwändig.

Aber man kann auch zu Unternehmensbeteiligungen kommen, indem man Zeit statt Geld investiert. Mit dem sogenannten „Work for Equity“ Prinzip. Das bedeutet, man übernimmt für ein Unternehmen einen bestimmten Aufgabenbereich und bekommt dafür eine Unternehmensbeteiligung. Solche Gelegenheiten gibt es natürlich nicht wie Sand am Meer, aber es ist durchaus möglich, vor allem wenn man Kenntnisse aufweist auf einem Gebiet in dem die Geschäftsführung selbst hinterherhinkt.

Spekulationen

So, jetzt kommen wir zu den Spekulationen. Spekulieren setzt auch den Wunsch, sein Geld zu vermehren, voraus. Allerdings nicht in einer regelmäßigen Ausschüttung wie beim Investieren. Als Spekulant versucht man einen wirtschaftlichen Gewinn aus Preis- oder Kursänderungen innerhalb einer bestimmten Zeit mitzunehmen. Beispiel Aktienmarkt: Man kauft Aktien, wenn sie am Tiefpunkt sind und verkauft sie, wenn sie gestiegen sind. Beispiel am Immobilienmarkt: Man kauft sich ein Grundstück mit der Intention, es in Zukunft teurer zu verkaufen. Erkennt ihr den Unterschied zur Investition? Hier geht es nicht um wiederkehrende Einnahmen (obwohl natürlich schon vorkommen kann, dass die Aktien auch Dividenden ausschütten, aber das ist nicht die Strategie), sondern um einen einmaligen Gewinn beim Veräußern.

Ich gebe ja prinzipiell keine Tipps oder Ratschläge. Das wisst ihr ja. Wenn ich also sage, dass mein Fell für Spekulationen nicht dick genug ist, gilt das natürlich nicht als Warnung. ICH spekuliere nicht – weder am Aktienmarkt noch bei Immobilien. Ich investiere mein Geld gerne mit breit gestreutem Risiko, da fühle ich mich wohl.

Ein Haus für sich und die Familie ist keine Investition!
Ich kann absolut nachvollziehen, dass Menschen gerne ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzen wollen. Eine Investition ist es dennoch nicht. Tut mir leid!

Verbindlichkeiten

Jetzt werdet ihr euch bestimmt fragen, warum ich oben so vehement behauptet habe, dass das Eigenheim keine Investition ist. Na, ganz einfach, weil es keine ist. Da gibt es dann immer ganz wüste Debatten, wenn ich das behaupte. Und so gut wie jeder, der in einem Eigenheim wohnt, erklärt mir, warum es doch eine Investition ist. Tatsächlich ist es eine Verbindlichkeit. Verbindlichkeiten definieren sich nämlich so, dass man dadurch, dass man Geld aufwendet, in Zukunft noch mehr Geld wird aufwenden müssen. Meistens für den Erhalt. Das ist bei einem Haus der Fall, wenn man selbst darin wohnt. Irgendwann gehört das Dach saniert, die Therme wird kaputt, das Holz muss laufend gestrichen werden und so weiter. Außerdem produziert eine Investition laufend Einnahmen. Wenn ich selbst in meinem Haus wohne, kann ich nichts daran verdienen. Geht nicht. Ein anderes Beispiel für eine Verbindlichkeit ist ein Auto. Das gehört gewartet, gepflegt, repariert. Man zahlt Versicherung und so weiter. Sprich, zu den Anschaffungskosten des Autos bekomme ich direkt noch einen ganzen Schweif an laufenden Kosten dazu. Gerade was das Auto und das eigene Haus angeht, bekomme ich immer viel Gegenwind. Ich denke, weil diese Objekte den Menschen einfach wichtig sind und sie dann kaufmännische Überlegungen dazu gar nicht erst anstellen wollen. „Aber ein Oldtimer ist doch eine Investition.“, höre ich dann. Nein, ist es nicht. Wenn jemand beabsichtigt, ein Auto in der Zukunft teurer zu verkaufen, ist es maximal eine Spekulation. Autos sind dann eine Investition, wenn es sich um ein Taxiunternehmen handelt. Ein Auto für den Privatgebrauch ist niemals eine Investition!

Ja, und auch das top-ausgestattete Haus in super Lage ist keine Investition, wenn man selbst darin wohnt. Ich kann es noch als Spekulation durchgehen lassen, wenn man davon ausgeht, dass der Wert von Grund und Boden in der Gegend in die Höhe schießen wird. Aber ich persönlich habe noch nie davon gehört, dass ein Haus selbst über die Jahre mehr wert geworden wäre. Ganz im Gegenteil. Auch die teure Tischlerküche von vor zehn Jahren hebt den Preis nicht!

Schulden, never ever?

Hier kommt jetzt wieder eine „Wie ich es mache“-Geschichte. Der Blog hier dient dazu, euch zu erzählen, welche Wege ich Richtung finanzieller Unabhängigkeit einschlage. Da wäre es nicht passend, euch mit erhobenem Zeigefinger zu belehren. Aber ich teile meine Meinung gerne mit euch, denn vielleicht hilft sie euch ja.

Also, in der Schule habe ich immer so die Lehre vermittelt bekommen, dass man keine Schulden machen sollte. Meine Eltern wiederum haben immer wieder mal das Konto überzogen oder kleinere Kredite aufgenommen, wenn es nötig war. Für eine neue Küche, für den einen großen Amerika-Urlaub, für Weihnachten. Ich habe euch ja hier schon erzählt, dass ich in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen bin. Ein Auto hatten wir nicht, keine Eigentumswohnung, geschweige denn ein Haus. Deswegen waren es immer eher kleinere Beträge. Und immer ausschließlich für Konsum. Investiert wurde nicht. Mit solchen Themen hat sich bei uns niemand auseinandergesetzt.

Nein, Urlaube sind keine Investition, egal wie schön und bereichernd.
Ganz egal, wie verlockend ein Urlaubsangebot sein kann: Es ist es niemals wert, dafür Schulden zu machen! Lieber monatlich im Vorfeld was weglegen.

Also, was jetzt? Ist es verwerflich, Schulden zu machen oder ist das ab und an schon mal ok? Aus meiner heutigen Sicht ist beides Blödsinn – sowohl das was man in der Schule gelernt hat als auch das, was meine Eltern gemacht haben. Ich handhabe es folgendermaßen – aber ihr müsst wissen, dass ich das auch erst lernen musste, denn in meiner Jugend habe ich viel von dem Blödsinn kopiert, der mir vorgelebt wurde: NIEMALS Konsumschulden! NIEMALS Schulden für Verbindlichkeiten! Nein, auch nicht fürs Eigenheim. Ich liebe es ja, wenn der Investment Punk Gerald Hörhan über „das Eigenheim in der Pampa auf Pump“ spricht. Ich selbst mache mich über diese typischen Lebensvorstellungen nicht lustig, denn ich verstehe total, dass es manchen Leuten wahnsinnig wichtig ist. Mir nicht. Ich will keinerlei solcher Schulden haben. Wir mieten. Das könnt ihr auch hier nachlesen. Darum keine Schulden für Konsumgüter, Erlebnisse und Verbindlichkeiten.

Das nächste No-Go: Schulden fürs Spekulieren. Gut, das kann man bei mir ja ohnehin ausschließen, weil ich nicht spekuliere. Aber selbst wenn ich in Zukunft mal Bock darauf habe, dieses oder jenes auszuprobieren, wird das ausschließlich mit meinem eigenen Spielgeld passieren. Sprich, mit Geld, das ich langfristig nicht zum Überleben brauche. Momentan bin ich noch weit davon entfernt, so ein „Spielgeld“ zu besitzen. Und solange das nicht der Fall ist, wird auch nicht spekuliert!

Gut, dann bleibt ja nur noch diese eine Form des Geldeinsatzes übrig, für den es sich sehr wohl lohnt, einen Kredit aufzunehmen: Richtig, fürs Investieren. Allerdings differenziere ich auch hier sehr stark. Ich würde niemals einen Kredit aufnehmen, um Aktien zu kaufen. Würde mir auch keine Bank gewähren, denke ich. Ich sehe auch gar keine Notwendigkeit, da ich ja hauptsächlich in ETFs angelegt bin und die mittels Sparplan schon mit monatlich sehr kleinen Beträgen gekauft werden können. Wer sich jetzt fragt, was denn nun diese ETFs sein sollen, von denen ich hier ständig rede, der liest hier den Artikel 1, dann 2, dann 3.

Es bleiben also Immobilien-Investments und das Unternehmertum, für die es sich lohnt, einen Kredit aufzunehmen. Auch aus steuerlichen Gründen ist es gerade bei Immobilien sogar ratsam, einen Teil fremdzufinanzieren. Und um eine gewisse Risikostreuung hinzubekommen, würde ich auch nicht sämtliche Ersparnisse in ein neues Unternehmen stecken. Da lieber Eigenkapital aufteilen und dafür einen Teil fremdfinanzieren. Aber wie gesagt, das ist wieder eher eine Frage der persönlichen Einstellung und so stehe ich zu dem Thema „Schulden“.

Auch viel Geld beim Fenster rausgeworfen?

Ich habe in meiner Jugend einen ganzen Haufen Geld verpulvert. Von den Dingen, über die ich hier schreibe, wusste ich einfach gar nichts. Null. Geld kam rein, Geld ging raus. Leider oft mehr, als reinkam. Ich habe einmal angefangen, nachzurechnen und es dann abgebrochen. Es tat zu weh. Aber wisst ihr was? Es macht gar nichts! Ja, hätte ich schon in frühen Jahren angefangen, zumindest ein paar Peanuts zu investieren, wäre ich jetzt schon finanziell frei. Aber hey, besser spät als nie. Und von zu spät bin ich noch weit entfernt!

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