Allgemein ETF Vorsorge

ETFs für Einsteiger II

Teil 2: Was beeinflusst die richtige Wahl des ETFs? Da wären wir nun wieder mit weiteren Infos rund um die Anlageform ETF. Im ersten Teil habe ich ja schon erklärt, wie du einen ETF kaufen kannst. Hier kannst du nachlesen, wie du zu einem Broker und einem Depot kommst. Falls du das versäumt hast, hol […]

Teil 2: Was beeinflusst die richtige Wahl des ETFs?

Da wären wir nun wieder mit weiteren Infos rund um die Anlageform ETF. Im ersten Teil habe ich ja schon erklärt, wie du einen ETF kaufen kannst. Hier kannst du nachlesen, wie du zu einem Broker und einem Depot kommst. Falls du das versäumt hast, hol das bitte nach, denn hier gehen wir jetzt einen Schritt weiter und suchen den richtigen ETF aus. Ganz einfach erkläre ich für Anfänger welche Begriffe man braucht, um sich für einen ETF entscheiden zu können.

ARD, ZDF und C&A

Wer kennt das Lied von den Fanta 4 noch? „MfG“, hat es geheißen und ich habe es geliebt wegen der vielen Abkürzungen und weil es dadurch zum Mitsingen eine echte Herausforderung war. Leider ist es beim Wertpapierhandel ein bisschen ähnlich wie in dem Lied. Ein Haufen Kürzel und Begriffe, die einem nichts sagen, wenn man noch nie damit zu tun hatte. Aber das ändern wir jetzt gleich mal. Denn ich erkläre euch einfach alle Begriffe, die mir als Anfänger so untergekommen sind und die ich mir dann mühevoll erarbeitet habe. Keine Ursache!

Bei der Bewertung eines ETFs kommen ein Haufen Kürzel auf einen zu.

WKN, ISIN oder Name des ETFs

Eines von den dreien braucht man auf jeden Fall, denn unter irgendeiner Bezeichnung muss man den ETF ja kaufen. Da gibt es zum einen die WKN, die ist bei uns ganz geläufig. Das ist die in Deutschland verwendete, sechsstellige Ziffern- und Buchstabenkombi, die einen bestimmten ETF bezeichnet. Nach der kann man zumindest bei meinem Broker schon mal suchen und dann kaufen. Dann hat das Ding aber auch noch eine internationale Wertpapiernummer, die ISIN. ISIN steht einfach für International Securities Identification Number. Die hat 12 Stellen und ist wieder eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Tja, und zu guter Letzt hat jeder ETF auch noch einen Namen. Das ist eben sein Name. Klingt logisch, ist es auch. Also, wenn ihr einen ETF anschauen und/oder kaufen wollt, braucht ihr eine der drei Identifikationsmerkmale. Beim Namen könnt ihr aber auch schummeln. Wenn ihr bei Flatex „MSCI“ eingebt, poppen euch alle ETFs auf einen MSCI-Index auf. Wer jetzt unsicher ist, was ein Index ist, liest das bitte noch einmal im ersten Artikel der Serie durch.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Auch das habe ich schon entsprechend erklärt, denke ich. Es ist ein entscheidendes Merkmal des ETFs, ob es sich um einen thesaurierenden oder ausschüttenden handelt, denn die Funktionsweisen sind dann gänzlich anders. Der thesaurierende macht eine automatische Wiederveranlagung deiner Dividenden und der ausschüttende schüttet eben aus. Also, thesaurierend bedeutet keine Kohle für die Haltedauer, dafür aber Zinseszinseffekt. Ausschüttend bedeutet Verzicht auf den Zinseszinseffekt, dafür bekommt man (in der Regel jährlich, kann aber auch zum Beispiel im Quartal sein) seine Dividenden ausbezahlt.

Kapitalertragssteuer

Die ist zu berappen. Und die Crux an der Geschichte ist, dass die KeSt auch dann zu zahlen ist, wenn ihr einen Thesaurierer wählt. Und zwar 27,5 % vom Kapitalertrag. Das Finanzamt interessiert das nämlich herzlich wenig, ob ihr euer Geld reinvestiert oder auf den Putz haut. Das will seine Steuern trotzdem. Beim Ausschütter ist das relativ einfach, denn da weiß man ja, wieviel der Ertrag ausgemacht hat. Bei einem thesaurierenden ETF finde ich das schon etwas schwieriger und wäre wahrscheinlich nicht ohne Hilfe eines Steuerberaters zu schaffen (zumindest für mich nicht). Deswegen habe ich auch einen Broker gewählt, der die KeSt direkt abführt. Ein bisschen einen Steuervorteil hat man dann aber mit einem Thesaurierer schon und zwar bei einem Verkauf. Von dem sind wir jetzt aber noch weit entfernt.

Die Steuer muss bezahlt werden, Leute. Hilft nix!

SWAPS

Im ersten Beitrag habe ich euch doch erzählt, dass ETFs immer genau einen Index nachbilden. Nun ja, das stimmt so eigentlich gar nicht. Denn es gibt auch hier wieder Ausnahmen von der Regel und das sind sogenannte SWAPS. Wie der Name schon sagt sind SWAPS ein Tauschgeschäft. Ihr werdet auch auf die Bezeichnungen „physisch“ und „synthetisch“ stoßen bei eurer Recherche. Wobei „physisch“ eben genau den Index nachbildet. Das ist das, von dem ich ja eigentlich bis jetzt gesprochen habe. Die „synthetischen“ sind eben diese SWAPS. Die beinhalten nicht genau die Aktien des angegebenen Index, sondern tauschen Aktien des Index gegen andere Aktien aus. Ich persönlich habe keine SWAPS im Portfolio und auch nicht vor, mir welche reinzunehmen. Daher ist es mit meinem Wissen hier auch schon bald zu Ende. Ich sehe SWAPS (gerade für Anfänger im ETF-Bereich) ein wenig kritisch, will aber hier auch niemandem seine eigene Erfahrung verwehren. Wen die SWAP-Systematik aber interessiert, der findet hier Antworten: https://www.justetf.com/de/academy/synthetische-replikation-von-etfs.html

Fondsvolumen

Das Fondsvolumen ist ein wichtiger Aspekt. Hier gilt: Je größer, desto besser. Aus zwei Gründen:

  1. Durch die große Auflage hat man finanzielle Vorteile. Die Fixkosten verteilen sich auf eine höhere Anzahl an Kunden.
  2. Die Gefahr, dass der ETF eingestellt wird, minimiert sich. Das kann bei einem kleinen Fondsvolumen durchaus mal passieren. Ein neuer ETF wird auf ein bis zwei Jahre getestet und wenn der sich nicht gut entwickelt, wird er vom Markt genommen.

Also bitte schon auf ein großes Fondsvolumen schauen. Groß bedeutet in dem Fall übrigens so um die 10 Mio Euro.

Big is beautiful – zumindest beim Fondsvolumen

TER – Total Expense Ration

Der Name sagt jetzt eigentlich eh schon aus, was sich hinter dem Kürzel verbirgt. Die TER gibt an, was der ETF kostet. Enthalten sind darin die Verwaltungsgebühr, die Depotbankggebühr, die Vertiebs- und die Lizenzgebühr. Natürlich wählt ihr einen ETF mit niedriger TER, allerdings finde ich, dass diese Kosten eher vernachlässigbar sind. Die Spannweite geht von 0,04 % bis 0,98 %, habe ich nachgelesen. 0,98 ist mir selbst noch gar nicht untergekommen. Jetzt heißt das schon TER und dann sind immer noch nicht alle Kosten, die der ETF produziert, enthalten. Wer sich für die Kosten über die gesamte Haltedauer interessiert, sollte sich der TCO widmen. Das Kürzel steht für Total Cost of Ownership.

Ordergebühr

Das habe ich schon angeschnitten. Die Ordergebühr vom Broker ist zu bezahlen für jeden Kauf. Wo die Kosten pro Order gerade liegen, weiß ich nicht beziehungsweise will ich das da nicht reinschreiben (denn es wäre ja schnell recherchiert), weil sich die Konditionen halt wie auch bei Banken immer wieder ändern und dann ist der Artikel in einem halben Jahr nicht mehr aktuell. Schaut also bitte einfach selbst nach, ja? Eine große Auswahl an Sparplänen ist aber gratis in der Abwicklung. Sind so an die 400 ETFs, somit ist das eine günstigere Möglichkeit.

Konto- und Depotführungskosten

Bitte schaut euch das an! Und zwar nicht nur beim Broker, sondern auch bei den Banken! Nutzt dazu das Vergleichsportal Durchblicker.at. Denn wer einfach nur ein Girokonto als Angestellter will, zahlt heutzutage bitte nichts mehr für die Kontoführung. Aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls ist es auch bei den Brokern so, dass manche ein gratis Konto und Depot zur Verfügung stellen und andere nicht. Das könnt ihr wieder ganz leicht vergleichen auf testsieger.at.

Es ist tatsächlich nicht ganz einfach, sämtliche Kosten für diese Anlageform zu berechnen. Aber es ist möglich!

Now you know…

Ich hoffe, das bringt jetzt noch ein wenig mehr Licht ins Dunkel. Bitte noch eine Sache: Ich schreibe hier auf diesem Blog über meine persönlichen Erfahrungen. Ich bin nämlich von einer Wirtschaftsmathematikerin darauf angesprochen worden, dass meine Inhalte nicht gründlich genug recherchiert wären. Das mag vielleicht sogar stimmen, weil ich das ganze ETF-Thema für Anfänger herunterbreche. UND weil ich hier von meinen eigenen, persönlichen Erfahrungen berichte. Das ist der Hintergrund dieses Blogs. Ich habe keine wirtschaftsmathematisches Studium! Das heißt nicht, dass ihr euch hier nicht Tipps holen könnt zu gewissen Themen. Es bedeutet lediglich, dass mir hier bitte niemand blind folgen soll, sondern ihr müsst euch selbst informieren. Ich gebe euch ja immer wieder genügend Quellen an die Hand, wo ihr euch all das Wissen, das ihr haben wollt, einfach raussaugen könnt. Und noch eines: Es gibt in dieser Mini-Serie zu den ETFs NICHT EINE Kauf- oder Handlungsempfehlung. Im ersten Teil habe ich ja geschrieben, welche ETFs ich bespare. Das ist eine Offenlegung, die recht verpönt ist. In gewissen Influencer-Kreisen verstehe ich das auch. Das hier ist aber ganz klar keine Beratungsplattform und ich werde von niemandem dafür bezahlt, etwas zu bewerben. Es geht hier auf 2-years.com um meinen persönlichen Weg. Damit ist ja schon klar definiert, dass es MEINER ist und ich niemandem dieselbe Strategie ans Herz lege. Weder was den Handel mit Aktien noch das Investment ins eigene Unternehmen oder den Kauf von Anlegerwohnungen angeht. Bitte seid euch dessen bewusst, dass ihr zu jedem Zeitpunkt selbstverantwortlich handelt!

Mein Weg ist mein Weg. Euren findet ihr bitte selbst! Gerne könnt ihr euch hier inspirieren lassen, aber verantwortlich seid ihr für euch selbst!

To be continued…

Der letzte Teil der Mini-Serie wird sich mit der Frage befassen, ob die Anlageform ETFs für euch überhaupt Sinn macht. Bis dann!

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