Allgemein

Der große Crash kommt bestimmt

Ich habe in den letzten Tagen eine sehr nette Bekanntschaft gemacht, die mich zu diesem Post inspiriert hat. De facto ist es nicht das erste Mal, dass ich mit jemandem gesprochen habe, der gänzlich verunsichert ist, was die Entwicklung des Kapitalmarktes angeht. Sprich, der nächste große Crash wird doch kommen, oder? Was passiert dann mit meinem investierten Geld?

Natürlich kann ich darauf keine konkrete Antwort geben, und ich kann auch kein Patentrezept hier niederschreiben, wie man sein Vermögen davor schützen kann. Wie NIEMAND! Aber das ist schon einmal der springende Punkt! NIEMAND kann vorhersagen, wann die Wirtschaft zusammenbrechen wird. NIEMAND kann prognostizieren, welche Branchen wie stark betroffen sein werden und NIEMAND weiß, wie man sich dagegen schützen kann. Deswegen ist für meinen gesunden Umgang mit Geld schon einmal wichtig, nicht auf irgendwelche Gurus zu hören. Sie wissen tatsächlich genauso wenig wie wir, die wir uns mit den Grundprinzipien des Kapitalmarktes auseinandergesetzt haben.

Dass die Krise kommt, ist aber fix?

Ich denke, das ist das einzige, was wir mit einer gewissen Sicherheit sagen können: Es wird bestimmt wieder einmal zu einem Einbruch der Wirtschaft, vielleicht der gesamten Weltwirtschaft, kommen. Viele glauben ja, dieser Crash steht uns schon unmittelbar bevor, wieder andere geben sich bedeckt in ihren Prognosen. Es weiß kein Mensch, wann es soweit sein wird! Und soll ich euch etwas sagen: Mir ist das egal. Ich verstehe, dass nicht jeder Mensch gleich entspannt in die Zukunft blickt. Ich habe meine Gründe, warum ich mich nicht von irgendwelchen Prognosen stressen lasse und es gibt Möglichkeiten, sich selbst, seine Familie und sein Geld zu schützen.

Lass die Krise ruhig kommen

Eine Krise oder zwei oder drei sind kein Weltuntergang. Das haben wir in der Vergangenheit ja schon gesehen. Tatsächlich haben wir alle – denn die letzte um 2008 ist ja noch keine Ewigkeit her – schon zumindest eine durchlebt. Und außer viel Hysterie habe ich nicht wirklich irgendeine Beeinträchtigung meines Lebens mitbekommen. Ihr? Im Gegenteil, ich würde sagen, nach der Krise war alles sogar ein kleines bisschen besser als davor. Natürlich der Haken: Damals war ich ja auch noch nicht in Aktien angelegt. Das ist ein gewaltiger Unterschied, denn wäre ich das gewesen, wäre ich schon ordentlich in die roten Zahlen gerutscht. Aber auch das ist für mich absolut kein Grund, mein Geld nicht anzulegen. Und hier, warum:

  • Ein Verlust am Aktienmarkt ist erst dann reell, wenn ich verkaufe! Alles Weitere ist erstmal nur eine Entwicklung, die sich jederzeit ändern kann und das auch sicher wieder tut!
  • Die Weltwirtschaft ist noch NIE für immer eingebrochen. Logisch, sonst stünden wir nach den vielen, vielen Krisen nicht da, wo wir heute stehen. Und das wird auch nicht passieren. Sprich, ich werde durch die nächste Krise am Kapitalmarkt durchtauchen. Denn die Wirtschaft wird sich erholen und noch was hat die Vergangenheit gelehrt:
  • Die Weltwirtschaft hat nach jeder Krise einen ordentlichen Wachstumsschub hingelegt. Sprich, nach jedem Tief kam ein Hoch, das noch höher war als das davor.
Könnte es passieren, dass die gesamte Weltwirtschaft wirklich für immer einbricht und wir uns in mittelalterlichen Verhältnissen wiederfinden? Glaube ich nicht, denn dafür ist die Menschheit bereits zu weit. Wir würden immer einen Weg raus finden und Möglichkeiten für neue Entwicklungen.

So und warum kann ich dann jetzt so entspannt sein, was diese Krise angeht?

  • Ich verfolge eine Buy-and-Hold-Strategie mit meinen ETFs. Ich investiere nur Geld, das ich mit Sicherheit in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht zum Überleben brauche. Warren Buffet sagt, wenn du nicht bereit, eine Aktie für 10 Jahre zu halten, solltest du sie nicht mal für 10 Minuten haben. Das ist mein System und das ist der Unterschied zwischen anlegen und spekulieren. Den Zeitraum von 10 bis 15 Jahren stecke ich auch deswegen so weit, weil möglicherweise die Krise ja in genau 10 Jahren kommt. Weiß eben niemand.
  • Mein Risiko ist gut gestreut. Durch meine Anlage in passive Fonds ist mein Investment gut aufgeteilt. Ich wähle auch nur große ETFs aus, somit habe ich schon mit einem ETF Aktien tausender Unternehmen im Depot. Dann habe ich noch zusätzlich zwei, bald drei ETFs, die sich jeweils auf einen anderen Index beziehen, somit denke ich, dass die Streuung gut passt.
  • Ich investiere hauptsächlich in Sparplanform. Ich glaube, das habe ich euch schon mal erzählt. Das funktioniert wie bei einem Dauerauftrag. Monat für Monat wird ein Fixbetrag von meinem Konto abgezogen, um den der Broker für mich immer dieselbe Bestellung aufgibt. Was passiert jetzt in der Krise, wenn die Aktien nichts mehr wert sind? Ich bekomme mehr für dasselbe Geld. Und wenn ich davon ausgehe, dass sich die Weltwirtschaft nach der Krise wieder erholt, ist das doch genaugenommen ein Vorteil.
  • Ich habe die Nerven. Das ist natürlich schon auch ein Punkt, den ich hier anführen sollte, denn es geht sicher nicht jedem gleich, wenn er sein Depot in den roten Zahlen sieht. Ich schaue generell sehr wenig auf mein Depot. Noch weniger würde ich es tun, wenn die Wirtschaft schwächelt. Denn das Schlimmste, was man tun kann, ist dann zu verkaufen. Dann hat man den Verlust realisiert! Ich weiß, dass ich das kann. Das ist, denke ich, erst einmal die Hauptaufgabe alljener, die ihr Geld anlegen wollen: Sich mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen, dass es auch mal bergab geht. Und dann die Nerven zu bewahren oder sich vielleicht sogar zu freuen, dass man gerade so viel für sein Geld bekommt.

Negative Bullshit

Aber was macht man denn jetzt, wenn doch jeder offensichtlich weiß, dass die Welt untergehen wird? Ich persönlich habe da eine ganz gut funktionierende Vorgehensweise: Menschen, die an meinen Erfahrungen auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit interessiert sind, können meinen Blog lesen, gerne auch kommentieren oder Fragen stellen. Sprich, das nimmt mir die Notwendigkeit, mit Hunz und Kunz über das Thema Kapitalmarkt zu reden. Wer darüber hinaus persönlich etwas von mir wissen will, kann mich ja jederzeit einfach anquatschen. Aber ich muss nicht jedem irgendwas aufs Auge drücken, damit es zu endlosen Argumentationen kommt.

Wenn ich aber merke, dass jemand nur negativen Bullshit ablassen will, kann der das gern tun. Nur halt nicht bei mir, denn für so etwas/so jemanden habe ich leider keine Zeit. Und tatsächlich muss ich mich NICHT in endlosen Diskussionen verlieren. Dazu kann mich niemand zwingen. Man zieht auch meist das an, was man ausstrahlt. Ich habe wirklich so gut wie nie das Problem, mit Menschen solche Weltuntergangsthemen besprechen zu müssen.

Achte auf das, was du konsumierst

Ich bin niemand, der einfach loszieht oder sich auf Amazon einklickt und Bücher verschlingt zum Thema „finanzielle Freiheit“. Natürlich lese ich sehr viel dazu. Aber ich achte stark darauf, woher die Empfehlung stammt. Und wenn das schon ein Weltuntergangstheoretiker ist, geht das Buch nicht mit zur Kassa. Meine Literatur ist sehr ausgewählt und auf Gurus und Zukunftsvisionäre verzichte ich ganz. Weil eben kein Mensch irgendwas vorhersagen kann. Auch will ich ohnehin niemandem blind folgen, sondern mich selbst bilden. Ich werde einmal eine Buchempfehlungsliste vorbereiten für euch. Vielleicht helfen euch die Titel ja auch weiter.

Nichts bildet mehr als lesen. Ob Belletristik oder Ratgeber, ich verschlinge tonnenweise Bücher. Aber der Inhalt wird im Vorfeld genau auf Tauglichkeit geprüft.

Und noch etwas sage ich euch: Ich lese schon lange keine Zeitung mehr! Erst gestern habe ich dazu von Bodo Schäfer gehört, dass es anscheinend in Amerika direkt ein Trend ist, keine Zeitung zu lesen, weil man sich nicht mit so viel negativem Input belasten soll. Das ist jetzt nicht der Grund, denn ich habe schon vor ein paar Jahren damit aufgehört. Aber meine Überlegungen waren da ähnlich. Ich habe ohnehin recht wenig Zeit und die tägliche Zeitungslektüre raubt viel mehr davon, als sie mir dann bringt. Was wirklich wichtig ist, findet IMMER seinen Weg zu mir. Jeder von uns ist zu gut vernetzt, um die ganz großen Themen zu versäumen. Vor allem solche, bei denen wir vielleicht im entscheidenden Moment durch Hilfe oder Spenden etwas bewegen können. Drum haben wir mittlerweile das Abo gekündigt. Social Media, Radio und Fernsehen reichen aus. Oftmals lese ich im Vorbeigehen die Titelseiten der großen Zeitungen. Es reicht!

Was passiert mit meinen Anlegerwohnungen, meinem Unternehmen, meinen Konsumgütern?

Jetzt habe ich mich vorerst nur auf das Thema Aktien gestürzt. Aber was passiert in der großen Krise mit meinen anderen Anlageobjekten? Keine Ahnung. Ganz ehrlich, ich habe keinen blassen Schimmer. Wer kann schon sagen, ob irgendwann eine strikte Mietzinsgrenze eingezogen wird oder ob man in zehn Jahren noch eine Texterin wird brauchen? Kein Mensch. Aber man kann ja genauso gut mal von der gegenteiligen Entwicklung ausgehen, oder? Es ist für viele Menschen leichter, eine negative Entwicklung vorherzusehen. Denn wenn eh alles den Bach runtergeht, wofür soll man sich denn dann auch anstrengen? Die Wirklichkeit sieht aber anders aus, zumindest in the long run. Die Industrialisierung wird zu einem akuten Arbeitsplatzmangel führen, haben sie gesagt, oder? Hört man auch heute noch in Bezug auf die Digitalisierung. Und jetzt würde ich euch bitten, euch einmal die Entwicklung der Arbeitslosenrate über die letzten 50 Jahre anzusehen. Hm, schaut nicht so schlecht aus, oder? Da wird ja so viel geschummelt, hört man gleich wieder als Gegenargument? Ja, aber das wurde es schon immer. Schon immer wurden negative Statistiken manipuliert. Das ist also kein Argument. Es ist so: Jede Entwicklung bringt Herausforderungen und Chancen mit sich. Ich sehe halt die Chancen. Wer gern die Probleme aufzeigen will, soll es gern tun, denn vielleicht profitiere ich von der Problemlösung. Mein ganz einfacher Zugang ist der: Es geht uns so gut wie nie zuvor. Selbst Sozialhilfeempfänger können in Österreich ein lebenswertes Leben führen. Vielleicht nicht aus der heutigen Perspektive, aber wenn man die Uhr nur 100 bis 200 Jahre zurückdreht (und das ist nicht lange!), hat der Großteil der Menschen in unwürdigsten Verhältnissen dahinvegetiert. Natürlich will ich nicht dem einen oder anderen Einzelfall seine Bedürftigkeit absprechen. Dafür spende ich auch gerne und bin bereit, soziale Einrichtungen zu unterstützen. Aber die Gesamtentwicklung ist extrem positiv.

1879 hat Edison die Glühbirne erfunden. Das ist gerade mal 141 Jahre her. Davor hat man mit Petroleum Lampen für ein wenig Licht gesorgt. Erst danach sind alle elektrischen Gerätschaften erfunden worden, die uns den Komfort liefern, den wir heute genießen. Es liegen also tatsächlich nur wenige Generationen zwischen dem heutigen Lebensstandard und dem finsteren Mittelalter.

Es gibt keine Option, bei der man kein Risiko eingeht

Für mich steht eines fest: Nichts zu tun, kommt nicht in Frage. Und selbst wenn ich mit all meinem Optimismus für die Menschheit falsch liege, habe ich nicht viel verloren. Die Alternative zum Investieren und Anlegen ist nämlich was? Ich kann entweder mein Geld unter den Kopfpolster stecken und es kontinuierlich an Wert verlieren lassen. Wenn der Crash so hart kommt, dass der Kapitalmarkt für immer einbricht, ist das dann auch wertlos. Oder ich kann mich in maßlosem Konsum ergehen. Aber dann habe ich im Fall des Wirtschaftseinfalls halt auch nichts. Ich glaube es nicht, aber vielleicht bricht wirklich irgendwann alles über uns ein. Vielleicht katapultiert uns unsere Lebensweise mit einem riesigen Crash zurück ins Mittelalter. Dann ist mein Weg in die finanzielle Unabhängigkeit beendet. Aber davor habe ich es zumindest probiert.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: