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Arbeitsalltag, was soll das denn sein?

Nicht nur einmal habe ich erwähnt, dass meine Zeit für die Familie ein Grund für diesen ganzen Selbstversuch hier ist. Finanzielle Unabhängigkeit soll mir ermöglichen, besser für meine Lieben da sein zu können. Jetzt habt ihr aber natürlich auch schon gemerkt, dass es ganz schön viel Arbeit bedeutet, finanziell frei zu werden. Ich bin selbstständig, schreibe Bücher, bin Anlegerin und versuche, am Immobilienmarkt Fuß zu fassen. Zusätzlich betreibe ich diesen Blog und lese sehr viel, was für eine Autorin unerlässlich ist.

Nine-to-five, nine danke!

In den paar Monaten, in denen ich mich nun intensiv mit meinem Ziel beschäftige, habe ich eines gelernt: Ein Arbeitsalltag funktioniert nicht. Einer der Hauptgründe, mein Angestelltenverhältnis aufzulösen, war für mich, dass ich keinen Bock mehr darauf hatte, Anwesenheiten leisten zu müssen, wenn andere es verlangen. Und ein nine-to-five Job bedingt genau das. Zusätzlich war ich noch im Eventmarketing, was ab und zu notwendig machte, dass ich auch an Wochenenden arbeitete – wenn auch selten. Wie gesagt, mein Abteilungsleiter und auch die Kollegen waren wirklich wohlwollend, was meine Einteilung anging und doch war ich an Arbeitszeiten gebunden. Hier habe ich darüber berichtet.

Was früher mein Alltag war, ist heute ein wahrer Albtraum. Bis spätestens 9 einstempeln, ab 11 sinnieren, was man zu Mittag isst, und um 12 hallt es von überall her „Mahlzeit!“

Arbeiten, wann immer ich kann und will

So, aber jetzt die Gretchen-Frage: Wie geht sich das alles jetzt aus? Und zwar so, wie ich mir das vorstelle, dass mehr Zeit für die Familie bleibt? Ganz einfach: Ich arbeite, wann immer ich kann. Und manches mal auch, wenn ich einfach Lust habe. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber es gibt Momente, da arbeite ich lieber als ich spiele. Und wenn ich weiß, dass meine Kinder gut versorgt, beschäftigt und happy sind ohne mich, dann sitze ich schon wieder am Laptop. Weil es das ist, was wiederum mich happy macht.

Gerne würde ich euch einen typischen Arbeitstag beschreiben, aber den gibt es nicht. An einem Tag schaut es so aus, dass ich schon um sechs in der Früh den Computer starte, wenn der Kleinste noch schläft. Da er eher ein Langschläfer ist, kann es schon passieren, dass ich da ganze zwei Stunden zum Arbeiten komme, bis er mich braucht. Ob das nun ein Mittwoch oder ein Sonntag ist, spielt für mich keine Rolle. Warum sollte ich mich am Wochenenden diesen Themen nicht widmen? Nur weil sie in die Rubrik „Arbeit“ fallen? Finde ich doof und deswegen nutze ich auch am Wochenende die Zeit, wenn ich sie habe.

Die Ferienzeit ist natürlich eine Ausnahme, aber in der Regel geht mein Sohn von Montag bis Freitag in den Kindergarten. Der Große in die Schule, mein Mann zur Arbeit. Da kann ich so an die fünf bis sechs Stunden am Stück arbeiten. Eine halbe Stunde davon brauche ich für Sport, aber die restliche Zeit beschäftige ich mich mit meiner Arbeit. Und im Gegensatz zu meinen Zeiten als Angestellte, wird da fast ausschließlich produktiv gearbeitet. Ich halte keine sinnlosen Meetings ab (mit wem auch?), verplempere keine Zeit damit, Konsens für irgendwelche Themen zu finden, sondern ich arbeite höchst konzentriert und mache Pausen, wenn ich merke, dass die Konzentration absinkt. Dann geht es nach zehn Minuten weiter.

Was, wenn danach noch was ansteht

Ihr wisst ja, ich arbeite mit To-Do-Listen. Am Sonntagabend mache ich immer eine Liste für Montag und eine Grobstruktur für die restlichen Wochentage. Manches mal kommt es vor, dass ich nicht mit allen Punkten auf meiner Liste fertig werde, denn um 15 Uhr (allerspätestens) hole ich meinen Sohn vom Kindergarten ab. Und ab da gehört die Zeit ihm – wenn er das will. Mit fünf bin ich nämlich nicht mehr durchgehend der Mittelpunkt seines Universums. Da ist das Spiel mit Freunden oft schon wichtiger. Statt mit mir geht er oft lieber mit seinen Kindergartenkollegen mit nach Hause oder seine Freunde kommen zu uns mit. Und wenn ich merke, dass ich da fehl am Platz bin, sitze ich schon wieder bei der Arbeit. Da mache ich dann einfachere Dinge, kümmere mich um mein Haushaltsbuch oder erstelle einen neuen Puzzle-Feed für Instagram oder putze mal ein bisschen was in der Wohnung. So Sachen eben, bei denen es nicht weiter schlimm ist, wenn ich mal unterbreche und mich den Kindern widme, wenn sie mich brauchen.

Gemütlich auf der Couch arbeitet es sich ganz fein. Auch abends.

Aber auch das ist kein Garant dafür, dass ich jeden Punkt der To-do-Liste auf die Kette kriege. Zwei Möglichkeiten, damit umzugehen: Wenn es keinen Aufschub erlaubt wie dringende Kundenanfragen, die schon für den nächsten Tag fällig sind, bietet sich noch der Abend an. Leider ist abends meine Kapazität aufgrund meiner eigenen Physis stark eingeschränkt. Ich bin nämlich ein Frühschläfer, der nach 22 Uhr nicht mehr viel gecheckt bekommt. Wenn ich jetzt Kinder hätte, die um 19:30 ins Bett gingen, wäre das immer noch ausreichend Zeit, aber bei uns schlafen alle recht spät. Es kommt nicht gerade selten vor, dass ich die erste bin, die schnarcht. Das heißt, da wird wirklich nur noch das Notwendigste gemacht. Alles weitere wandert direkt auf die To-do-Liste für den nächsten Tag. Und wisst ihr, was auch ganz oft passiert? Die Aufgabe kann weg. Denn ich bin mit meinen To-Do-Listen immer super ehrgeizig. Da steht dann wirklich so viel drauf und wenn man mitten in der Arbeit steckt, ist die eine oder andere Aufgabe einfach überflüssig und muss gar nicht – oder nicht von mir selbst – erledigt werden. Im Normalfall ist das auch in Ordnung. Mein Problem ist nur, dass ich oft langfristige Projekte, die aber für meine Zielerreichung absolute Priorität haben, aufschiebe. Drum ist es auch eines meiner Ziele für das Jahr, dies zu ändern.

Urlaube sind nicht zum Entspannen da

Ihr werdet ja schon an den Inhalten hier am Blog gemerkt haben, dass Feiertage und Urlaube für mich nicht zwangsläufig „arbeitsfrei“ bedeuten. Warum denn auch? Meine Arbeit macht so viel Spaß, warum sollte ich darauf verzichten, weil irgendwo mal bestimmt wurde, dass ein gewisser Tag Feiertag oder Wochenende heißt? Natürlich muss ich mich da anders organisieren, weil die Familie zu Hause ist und ich so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen will. Wir verreisen gern und oft und unternehmen auch, wenn wir daheim sind, viel. Wir sporteln gemeinsam, spielen, gehen ins Kino und so weiter. Da kann ich natürlich nicht fünf bis sechs Stunden am Stück arbeiten. Aber so zwei bis drei pro Tag sind dann doch oft drin. Weil es zum Beispiel Aktivitäten gibt, die meine Kinder mit meinem Mann machen wie Tennis spielen oder Handwerken. Für diese Dinge bin ich sowieso nicht zu gebrauchen und kann mich daher gut ausklinken. Dafür geht mein Mann nicht so gerne ins Schwimmbad oder joggen, wo dann er Zeit für seine eigenen Angelegenheiten hat – auch während des Urlaubs.

Meine Arbeit ist mein liebstes Hobby. Die stresst mich nicht, sie bereichert mein Leben. Also arbeite ich auch im Urlaub. Das war zum Beispiel mein Arbeitsplatz diesen Sommer auf Mallorca.

Better than Netflix

Und immerhin brauchen unsere Kinder so ein bis zwei Stunden mehr Schlaf als wir Erwachsene. Die bleiben mir an Wochentagen wie im Urlaub für die Arbeit. Ihr seht also, wenn der Job Spaß macht, findet man Zeit dafür. Man muss nur für sich was finden, was lustiger ist als netflixen. Denn für Netflix findet man ja auch immer Zeit.

Der Tag hat immer 24 Stunden. Für jeden. Keine Zeit für etwas zu haben, bedeutet eigentlich, die Zeit mit anderen Dingen zu verbringen.

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