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Sparen? Nur an den richtigen Stellen

Ich selbst finde sparen ja gar nicht langweilig. Ich bin ein großer Fan davon, Geld auf die Seite zu legen. Zum einen, um eine notwendige Anschaffung zu einem späteren Zeitpunkt ohne Probleme machen zu können. Und zum anderen, um das Ersparte zu investieren und für mich arbeiten zu lassen. Ich habe einige Kontrollfunktionen eingeführt, um meine Sparrate zu optimieren. Mein Haushaltsbuch zum Beispiel. Oder die Angewohnheit, mich selbst immer zuerst zu bezahlen.

Ich bin nicht der Typ Mensch, der viel Wert auf Status-Symbole legt. Mein Auto zum Beispiel werde ich so lange fahren, bis es den Geist aufgibt. Es ist ein zwölf Jahre alter Hyundai Tucson, der mich noch relativ verlässlich von A nach B bringt und er kann somit genau das, was ich von ihm erwarte. Wenn er mir dann tatsächlich mal unter meinem Sitzfleisch davonrostet, kann ich mir ja immer noch überlegen, ob ich ein schöneres und neueres Auto möchte. Aber momentan – danke, kein Bedarf. Auch muss ich keine Villa besitzen. Ein Haus, das groß genug für unsere Familie ist und einen schönen Garten hat, reicht. Das darf auch gerne ein Haus zur Miete sein. Eigentum ist im Moment nur eine Belastung, nimmt uns die Flexibilität und bedeutet Verbindlichkeiten. Aber ich habe ja schon einen ganzen Artikel darüber geschrieben, was ich alles nicht brauche.

Gleichzeitig habe ich aber auch betont, dass ich deswegen kein bescheidenes Leben führe. Und genau so empfinde ich das auch. Wegzulassen, was man ohnehin nicht braucht, ist ja kein großes Opfer. Und ich habe mir dazu sehr viele Gedanken gemacht und ganz bewusst entschieden, welche Verbindlichkeiten in meinem Leben keinen Platz haben.

Genauso bewusst ist aber auch die Entscheidung, dass an gewissen Dingen NIEMALS gespart wird. Die Hintergründe sind oft ganz unterschiedlicher Natur, aber allesamt wichtig für mich oder die ganze Familie.

Urlaube

Mir sind Urlaube, Ausflüge und Familienaktivitäten sehr wichtig. Und wir geben als Familie wahnsinnig viel Geld dafür aus. Wir reisen alle gern und machen mehrmals jährlich längere oder kürzere Urlaube, meist alle zusammen, aber ab und an mache ich auch einen Städtetrip mit einer Freundin oder meiner Schwester oder fahre für ein Wochenende mit meinem Kleinsten in ein Kinderhotel. Für viele Menschen ist der Urlaub ja ein Entkommen vom Alltag. Endlich abschalten können und nicht an die Arbeit denken. Das ist nicht der Grund, warum ich so gerne verreise. Im Gegenteil. Mir ist auch im Urlaub wichtig, dass ich einen super Wlan Empfang habe und zwischendurch auch mal arbeiten kann. Ich habe mir selbst einen Alltag geschaffen, der ganz toll ist und vor dem ich nicht fliehen muss. Aber warum dann das Geld dafür ausgeben? Weil ich es einfach irrsinnig bereichernd finde, neue Orte zu bereisen. Mit fremden Menschen zu kommunizieren und Dinge zu erleben, die man zu Hause nicht erleben kann. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und ziehe sehr viel Inspiration aus meinen Reisen. Das macht Spaß und ist in meinen Augen auch sehr wichtig. Erholung ist dabei eigentlich zweitrangig, weil ich nicht das Gefühl habe, im Alltag unter Stress zu stehen.

Meine letzte Reise ging nach Tel Aviv, meine nächste führt mich nach Teneriffa.

Lebensmittel

Wir leben ein eher biederes Familienleben. Wir essen täglich um 18 Uhr zu Abend. Plus/minus zehn Minuten. Wir essen in der Regel zu Hause und für gewöhnlich fange ich um genau 17 Uhr an, zu kochen. Puh, wenn ich das so erzähle, merke ich erst, was für Spießer wir sind.


Ich koche wahnsinnig gerne. Mein jüngster Sohn übrigens auch und der ist wirklich schon gut dabei mit seinen Kochkünsten. Wer kocht, hat doch irgendwie die Kontrolle, oder? Ich kann im Prinzip bestimmen, was wir an jedem Tag essen, welche Zutaten ich verwende und wie viel Zeit ich für die Zubereitung opfern will. Und wer die Kontrolle hat, hat auch die Verantwortung. Bei mir ist es eine vierköpfige Familie, die ich gerne ideal versorgt wissen will. Das bedeutet, beste Lebensmittel in Bio-Qualität sind bei uns Standard. Das hat vielerlei Gründe: Erstens bin ich der festen Überzeugung, dass wir nicht Lebensmittel aus einem „kranken Ursprung“ essen können und dabei selbst gesund bleiben. Wenn ich ein Ei von einem kranken Huhn aus einer Legebatterie esse, kann das für mich nicht gesund sein. Das gilt vor allem für tierische, aber auch für pflanzliche Produkte. Zweitens hat diese Entscheidung schon auch einen umweltschützenden Aspekt. Was Massentierhaltung oder Monokulturen unserem Planten antun, ist ja weitestgehend bekannt. Da fühle ich mich in der Verantwortung. Und ein dritter und nicht zu verachtender Grund: Mir tun schlicht und ergreifend die Viecher leid. Ich kann den Anblick einer eingesperrten Milchkuh, deren Kalb gleich nach der Geburt weggekommen ist, damit es ja nicht bei der Mama stillt, nicht ertragen. Oder der Gedanke, dass kleine Hahnen-Küken einfach wie Müll entsorgt werden. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Was es dann kostet, spielt für mich keine Rolle. In meinem Haushaltsbuch ist daher der Budgetposten für Lebensmittel der allerhöchste von allen. Und am allerliebsten ist mir mein Gemüse sowieso aus dem eigenen Garten.

Aus dem eigenen Garten schmeckt das Gemüse einfach am allerbesten. Nur da weiß man mit Sicherheit, dass alles bio ist.

Spielzeug und Geschenke für die Kinder

Das mag euch jetzt bestimmt wahnsinnig widersprüchlich vorkommen, oder? Ich fahre einen Uralt-Wagen, sage aber gleichzeitig, dass an den Wünschen der Kinder nicht gespart wird. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass wir fast untergehen in Spielzeug. Aber ich kann euch das ganz einfach erklären: Mein Mann und ich sind uns recht einig darüber, wie wir mit unserem Geld umgehen wollen. Wir teilen dieselben Werte. Aber unsere Kinder leben noch ganz im Hier und Jetzt. Für sie vorzusorgen, ist (jetzt noch) unsere Aufgabe. Auch ist es unsere Aufgabe, für ihre finanzielle Bildung zu sorgen. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, ihnen unsere Werte aufs Auge zu drücken. Und eine künstliche Verknappung wäre doch genau das. Wir haben das Geld, ihnen gewisse Wünsche erfüllen zu können. Es wäre ganz einfach nicht richtig, ihnen das zu verweigern. Natürlich stoßen auch wir das eine oder andere Mal an unsere finanziellen Grenzen. Es wird zum Beispiel nicht möglich sein, dem 17-Jährigen zur bestandenen Führerschein-Prüfung einen neuen Mercedes SL zu kaufen. Da ist eine reales Limit erreicht, kein künstliches. Genauso kann ich dem Kleinen nicht monatlich eine neue Playmobil-Burg kaufen.

Das gesamte Einkommen, das mein Mann und ich generieren, ist für alle vier Familienmitglieder da. Das heißt, jeder hat das Recht, damit seine Bedürfnisse zu stillen und gewisse Wünsche erfüllt zu bekommen. Es kann nicht alles für eine Person draufgehen und dafür tragen mein Mann und ich Sorge. Die Aufteilung muss einigermaßen fair sein. Die Entscheidung, mich finanziell frei zu machen und dazu Geld für Investitionen zu sparen, habe ich alleine getroffen. Natürlich unterstützt mein Mann mich dabei und hat selbst ähnliche Bestrebungen, aber das darf nicht auf dem Rücken der Kinder erfolgen.

Was wir tun können, ist, ihnen ein gutes Beispiel zu sein. Ihnen einen nachhaltigen Umgang mit Geld vorzuleben. Und ihnen gerne auch jederzeit verständlich zu machen, warum wir gewisse Entscheidungen treffen. Auch erkläre ich den Kindern, warum andere mehr oder weniger haben. Wieso sich manche Eltern dafür entscheiden, kein Plastik-Spielzeug für ihre Kinder zu kaufen oder in anderen Haushalten kein Geld für Süßigkeiten ausgegeben wird. Wir binden sie auch ein in unsere Vorhaben, wann immer sie es wollen oder zulassen. Wenn aber ein Fünfjähriger keine Lust mehr auf Immobilienbesichtigungen hat und der 17-jährige meint: „Macht ihr das mit den ETFs, bitte“, haben wir auch das zu akzeptieren.

Bei uns zu Hause sieht es oft aus wie in einem Wimmelbuch.

Bildung

Das ist ein weiterer großer Budgetbrocken bei mir. Bücher, Seminare, Webinare, Tagungen, Lehrgänge. Gerade seit ich mich in die Selbstständigkeit gewagt habe, stoße ich laufend auf Bereiche, in denen ich noch wachsen möchte. Und dafür muss ich mir neues Wissen aneignen. Ob es um Teilbereiche des digitalen Marketings geht, die ich für gewisse Kunden brauche oder um neue Impulse zum Thema Firmenbeteiligung. Meine Kenntnisse sind wie bei jedem Menschen beschränkt. Mir ist es aber wichtig, sie laufend zu erweitern. Und dafür investiere ich viel Geld. Ja, richtig, ich sehe es als Investment. Und zwar in mich selbst. Je mehr ich weiß, desto mehr Möglichkeiten habe ich, Geld zu verdienen. Natürlich agiere ich hier strategisch und nehme nicht eine Woche lang Gitarrenunterricht und beginne die Woche drauf einen Spanisch-Kurs. Ich bin viel mehr sehr achtsam bei der Arbeit und beobachte genau, wo ich Defizite habe. Und dagegen gehe ich dann an.

Ich gebe Unsummen für Weiterbildung und Bücher aus. Manche dürfen für immer bleiben, aber die meisten verkaufe ich wieder, wenn ich sie gelesen habe. Wer hat denn schon so viel Platz?

So sieht also mein gar nicht bescheidenes Leben aus. Ich denke, jeder Mensch hat so diese Bereiche, die von äußerter Wichtigkeit sind. Und daran zu sparen, würde einen nur unglücklich machen. Das kann natürlich nicht der Sinn der Sache sein. Und wenn man diese eigenen Prioritäten herausgefiltert hat, sieht man auch, wo das eigentliche Sparpotential gegeben ist. Nämlich außerhalb dieser „ist-mir-viel-zu-wichtig“-Liste.

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