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Spießig ist das neue Cool

Eigentlich war es ja nur als Projekt für ein paar Monate gedacht. Einfach nur, um zu sehen, wohin mein Geld denn so fließt. Aber mittlerweile ist es zu einem fixen Begleiter für mich geworden: mein Haushaltsbuch. Ich führe nun tatsächlich schon seit einem drei-viertelten Jahr total konstant ein Haushaltsbuch. Und es macht mir richtig Spaß. Nein, eigentlich ist es fast ein bisschen zur Sucht geworden.

Ich und mein Haushaltsbuch. Ich habe all meine Erfahrungen aus dem letzten Jahr in die neue Version einfließen lassen.

Ein Haushaltsbuch zu führen, mag vielleicht irrsinnig spießig sein. Aber auch total befreiend. Weil es einem ein Gefühl der Kontrolle gibt. Bevor mein Haushaltsbuch und ich zu Verbündeten wurden, hatte ich in Wirklichkeit nicht einmal eine wage Vorstellung davon, wohin mein Geld gegangen ist. Ich konnte nicht sagen, wie viel wir monatlich für Lebensmittel brauchten oder was ich so für Kleidung ausgab.

Für mich hat das Haushaltsbuch auch eine regulierende Funktion. Nachdem ich mir im ersten Monat angesehen habe, was ich wofür ausgegeben hatte, konnte ich ein Budget für jeden Posten erstellen. Und an dieses Budget halte ich mich.

Wer seine Ausgaben gerne direkt an Ort und Stelle dokumentieren will, kann sich eine App fürs Handy herunterladen. Derer gibt es ganz viele, aber ich kann euch keine Tipps geben, weil ich das nicht so mag. Ich habe noch nicht eine ausprobiert, denn wenn man mal ein System für sich gefunden hat, macht es ja keinen Sinn, da hin- und herzuwechseln. Ich muss ehrlich gestehen, mir ist Excel am liebsten. Ich finde es einfach am PC am übersichtlichsten und baue mir gerne mein individuelles Programm. Und da ist Excel nun mal die flexibelste Möglichkeit von allen. Für alle, die das genauso sehen wie ich, habe ich hier eine Version zum Download. Ich habe es mir gerade fürs neue Jahr adaptiert mit den Erfahrungen vom Vorjahr. Wer keine Familie oder Kinder hat, löscht diese Zeilen einfach raus oder lässt sie leer. Und natürlich kann jeder so lange an dem Haushaltsbuch herumbasteln, bis es ihm ultimativ gefällt. Das ist ja eben das Schöne an Excel.

Wie gesagt, macht es mir total Spaß, meine Ausgaben einzutragen und mir damit einen Überblick zu verschaffen. Mir ist klar, dass das nicht jedermanns Lieblingsbeschäftigung ist. Ich hätte es auf jeden Fall zumindest für ein paar Monate durchgezogen, weil es keinen Sinn macht, Vermögensaufbau anzustreben und zu betreiben, wenn man nicht mal weiß, wie viel monatlich reinkommt und wofür das wieder rausgeht. Auch sollte man sich damit auseinandersetzen, ob all die Ausgaben, vor allem die monatlichen Fixkosten, wirklich gerechtfertigt sind. Ich für meinen Teil bin nicht bereit, für meinen Handyvertrag € 50,- im Monat zu zahlen, wenn ich denselben Service auch für € 10,- haben kann. Und mein Haushaltsbuch führt einem solche Fehlausgaben vor Augen.

Wer hat denn überhaupt noch einen Überblick über all die Ausgaben, die in der Weihnachtszeit anfallen?

Achja, die Sparrate. Die hat bei mir eigentlich keine Funktion. Die habe ich für euch eingefügt. Bei mir geht meine monatliche „Ersparnis“ immer als erstes weg. Nach dem Motto „Bezahl dich immer zuerst“, überweise ich direkt nach Eingang meiner Einnahmen 10 % auf ein Tagesgeldkonto und einen Fixbetrag in meine ETFs. Das Tagesgeldkonto ist für zukünftige Investitionen da und die ETFs sind meine Altersvorsorge. Aber das wisst ihr ja schon. Und sonst findet ihr hier einen Artikel dazu. Einen eigenen Posten gibt es dann bei mir noch für Rücklagen. In meinem Fall für Urlaube und die Schule meines Kleinsten, denn die wird wohl ganz schön teuer, aber das ist ja nicht wirklich gespartes Geld, sondern Geld, dessen Ausgabe nur nach hinten verschoben wird. Wenn ihr versteht, was ich meine.

Einer meiner Vorsätze fürs nächste Jahr ist übrigens, es einmal mit der Umschlag-Methode zu versuchen. Einfach weil ich es gerne ausprobieren möchte. Die funktioniert so, dass man ein Kuvert für jeden Budgetposten hernimmt und genau den monatlich definierten Betrag reingibt. Und je nachdem, was man so vorhat, nimmt man eben ein oder mehrere Kuverts mit. Ich sehe darin das Problem, dass ich dann immer mal wieder nicht den richtigen Geld-Umschlag mithabe, aber schauen wir mal. Ich berichte dann, ob das irgendetwas verbessert oder ob es nur nervt. Wir werden sehen…

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