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Ob ich denn von meiner Pension werde leben können?

Ihr wisst ja seit meinem letzten Blog-Artikel, dass ich meinen großartigen Angestellten-Job gekündigt habe. Hier könnt ihr noch einmal nachlesen, warum ich das getan habe. Davor habe ich 30 Stunden gearbeitet und mich – wie die meisten Mütter – die restliche Zeit des Tages um die Familie gekümmert. Es wird euch nicht direkt wie Schuppen von den Augen fallen, weil das nun mal so üblich und ja durchaus auch sinnvoll ist, aber damit ist eigentlich eines schon besiegelt, nämlich dass ich in der sogenannten Teilzeitfalle festgesessen bin. Eine Familie hindert nämlich angestellte Frauen daran, gleich viel in die Pensionskasse einzuzahlen wie Männer. Weil wir ja nicht gleich viel „arbeiten“. Ganz schön unfair, oder? Ja, das fand ich eben auch. Das System selbst kann ich nicht ändern, auch wenn ich das gerne würde. Was ich aber sehr wohl beeinflussen kann, ist wie stark das System mein Leben beeinflusst.

Mein altes, graues Ich soll einmal nicht in der Altersarmut landen. Und dafür bin ich selbst verantwortlich!

Also trage ich Sorge dafür, dass ich weitestgehend unabhängig von der staatlichen Pension bin. Sprich, ich mache mir meine eigene Rente. Und zwar mit Aktien. Puh, spätestens jetzt schütteln sicher einige von euch schon den Kopf und denken ehrfürchtig, dass sie dafür nicht geschaffen sind. Aktien sind ja viel zu riskant, oder? Außerdem steigt da doch niemand durch. Und überhaupt können doch nur reiche Leute mit Aktien handeln. Am besten hauptberuflich, denn das ewige Kaufen und Verkaufen ist richtig zeitraubend. Aber was, wenn ich euch jetzt sage, dass ich genau zwei Wochen gebraucht habe, um all das aufzusetzen, was ich brauche? Und dass ich für meine Zwecke gerade mal jedes halbe Jahr in mein Depot schaue? Und was, wenn ich euch sage, dass ich meinen ersten Versuch mit nicht mehr als € 50,- gestartet habe?

Der Aktienmarkt ist viel, viel mehr als wir von Hollywood Blockbustern kennen und meine Strategie hat so gar nichts mit den gängigen Wall Street-Bildern zu tun. Ich bin nämlich keine Spekulantin, ich bin Anlegerin. Wenn wir den unabhängigen Statistiken Glauben schenken wollen und dazu tendiere ich ganz gern, dann hat man in den letzten 40 Jahren mit einem breit gestreuten Aktienkorb mit einer Haltedauer von 10 bis 15 Jahren nur gewinnen können. Und zwar so um die 8 %. Schaut euch doch mal die Weltwirtschaft an: Die ist, seit es Indizes gibt, gestiegen. Nicht gleichmäßig und kontinuierlich, aber nach jeder Krise waren die Kurse sogar höher als zuvor. Natürlich, das Risiko von Verlusten gibt es. Aber das ist recht überschaubar, wie ich finde. Denn selbst wenn mein Depot mal in den roten Zahlen ist, habe ich gar nichts verloren. Verloren hat nur, wer gerade dann verkauft, wenn der Kurs schlecht ist. Mir persönlich würden Krisen sogar ganz gut tun, aber das erkläre ich später, das geht jetzt wahrscheinlich zu weit. Krisen muss man aussitzen. Und ganz ehrlich, findet ihr es nicht genauso riskant, einfach auf die staatliche Pension zu hoffen? Da ist überhaupt keine Risiko-Streuung da und der Generationen-Vertrag, auf den das System baut, ist nicht gerade ein allzu stabiler, würde ich sagen. Und wir Frauen sind ganz klar benachteiligt durch unsere Teilzeit-Anstellungen.

Nun gut, jetzt wisst ihr, dass ich Aktien kaufe und dass ich die breit streuen muss. Man legt nicht alle Eier in einen Korb, vielleicht kennt ihr ja das Sprichwort. So, aber wie geht das jetzt? Mittels ETFs. ETFs sind indexbasierte Fonds. Gerne erkläre ich euch im Detail, warum ich mich gerade dafür entschieden habe und mir nicht eine Fonds-gebundene Versicherung von meiner Bank habe aufschwatzen lassen. In meinem nächsten Blog-Beitrag. Jetzt sage ich euch erst einmal, wie ich meine Pensionsvorsorge angegangen bin.

Ich habe mich einmal bei der PVA erkundigt, wie viel monatliche Rente ich erwarten kann, wenn ich mit 60 in Pension gehe. Leute, es ist nicht viel! Und da habe ich schon alle möglichen Varianten durchgespielt mit „ab sofort wieder Vollzeit“ und „Studienzeiten nachkaufen“ etc. Davon werde ich nicht leben können. Dann habe ich einmal die Kluft eruiert, zwischen dem, was ich am wahrscheinlichsten bekommen werde und dem, was ich brauche. Ist ja relativ einfach errechnet. Ich geh davon aus, dass sich in der Pension meine Ausgaben nicht reduzieren (warum auch?) und habe mit 2 % jährlicher Inflation gerechnet.

Die monatliche Differenz zwischen dem, was ich aller Wahrscheinlichkeit nach bekommen werde und dem, was ich brauche, ist das, was aus anderen Quellen hereinflattern muss. Klingt logisch, ist es auch. Und hier kommen nun meine ETFs ins Spiel. In meinem Depot sollten sich dann genügend Aktien befinden, die mir mittels Dividendenzahlung diese Kluft überbrücken.

Und wie kommen da jetzt diese Aktien hinein, wenn man nicht ständig kauft und verkauft? Das ist eben eine der ganz tollen Sachen an den indexbasierten Fonds. Man kann ganz einfach einen Sparplan machen. Und schwupps zahlt man wie bei einem Dauerauftrag Monat für Monat selbst in seine Pension ein. Ich schwöre euch, Leute, ich muss absolut nichts machen. Eine Order (so nennt man die Bestellung beim Broker) kostet € 1,50 und ich habe zwei solcher Sparpläne für mich. Sprich, meine Altersvorsorge kostet mich monatlich € 3,- (unabhängig vom Sparbetrag). Und jetzt zeige mir mal bitte jemand eine Vorsorge-Variante um das Geld! Außerdem bin ich flexibel, kann die Zahlungen jederzeit erhöhen oder reduzieren oder auch aussetzen.

Ok, also dafür muss man wirklich nicht der Wolf of Wallstreet sein. Das einzige, das ein wenig knifflig ist, ist den richtigen ETF zu finden. Mich hat es ein paar Stunden Zeit gekostet, mich entsprechend zu informieren und ich denke, jeder kann das mit ein wenig Engagement schaffen. Übrigens bilden meine ETFs schon gut den gesamten „Weltmarkt“ nach. Das bedeutet, dass ich in jedem ETF eine Vielzahl unterschiedlicher Aktien drinhabe und somit mit dem Kauf eines ETFs recht gut gestreut habe. Indizes gibt es eben nicht nur für einzelne Länder, sondern auch für Branchen oder Kontinente oder eben für die größten börsennotierten Unternehmen der gesamten Welt. Und die ETFs bilden die einfach nach. Ich habe einen auf den „Weltmarkt“ mit Fokus Industrieländer und einen auf den „Weltmarkt“ mit Fokus auf Entwicklungs- und Schwellenländer im Depot.

Achja und eine Sache noch. Ihr wisst ja, dass ich auf den Spruch von Albert Einstein stehe, der gesagt hat, dass die größte Macht des Universums der Zinseszins-Effekt ist. Und um den geht es hier ja hauptsächlich und nur deswegen machen solche Sparformen auch überhaupt Sinn. Daher habe ich mich für zwei sogenannte „thesaurierende“ ETFs entschieden. Das Gegenteil davon wäre „ausschüttend“ und da ist die Bezeichnung schon etwas aussagekräftiger, wie ich finde. Thesaurierend bedeutet, dass Dividendenzahlungen direkt wieder in den Ankauf weiterer Anteile fließen. Ich bekomme also keine Gewinne ausgeschüttet! So soll das nun auch mal bleiben bis zu meiner Pensionierung. Denn das Geld will ich ja ganz konkret in die alte Claudia investieren. Denn nach vielen, vielen Arbeitsjahren hat die es verdient, dass es ihr gut geht!

Auf ein schönes Leben im Alter!

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